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Modellbau-Affäre:Ermittler finden Firmenunterlagen im Arbeitszimmer

"Sie ist eingestiegen mit einem Darlehen für die Firma, meine Schwiegermutter hat damals eine Summe von 50 000 Mark gegeben", so Haderthauer seinerzeit im Gespräch mit der SZ. 2003, also in dem Jahr, in dem Christine Haderthauer in den Landtag gewählt wurde, übertrug sie ihren Anteil als geschäftsführende Gesellschafterin auf ihren Mann.

Seitdem sei sie "nicht mehr Teilhaberin an Sapor Modelltechnik" gewesen. Hubert Haderthauer wiederum betonte, sie habe in ihrer Zeit als Gesellschafterin "niemals über irgendetwas verhandelt". Sie habe ihm "sofort, weil sie mit Modellautos nicht viel am Hut hatte, eine Vollmacht gegeben".

Nach Erkenntnissen der SZ werten die Ermittler seit einer Durchsuchung des Anwesens von Christine und Hubert Haderthauer ihre Rolle bei Sapor Modelltechnik ganz anders. Im Arbeitszimmer, das offenbar vor allem von Christine Haderthauer in Anspruch genommen wurde, seien Firmenunterlagen gefunden worden. Auch habe sie den Schriftverkehr mit dem Steuerberater geführt.

Roland S. weiß nichts von einer Strafanzeige

Noch 2007 und 2008 war sie, wie Haderthauer in einer Landtagsanfrage bestätigte, Inhaberin eines Treuhandkontos der Firma. Allerdings seien ihrer Kenntnis nach 2008 keine Geschäftsvorfälle mehr für die Firma Sapor Modelltechnik getätigt worden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft dürften die bisherigen Hinweise dennoch darauf hindeuten, dass Christine Haderthauer auch nach 2003 von den Geschäftsvorgängen Kenntnis hatte.

Für Unruhe hatte am Freitag ein Medienbericht gesorgt, in dem es hieß, den Haderthauers drohe nun eine neue Strafanzeige - nämlich von dem psychisch kranken Straftäter Robert S., der beim Bau der Modellautos in den Bezirkskrankenhäusern Ansbach und Straubing eine tragende Rolle gespielt hat.

Der Münchner Anwalt Adam Ahmed, der Roland S. als Strafverteidiger vertritt, wurde zitiert mit: "Mein Mandant fühlt sich von dem Ehepaar Haderthauer ausgenutzt." Ahmed stellte umgehend klar: "Ich habe nie behauptet, dass eine Strafanzeige erstattet worden wäre." Roland S. betonte ebenfalls, er als Betroffener wisse nichts von einer Strafanzeige seinerseits. Er sei froh gewesen, in der Arbeitstherapie einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen zu können.

© SZ vom 02.08.2014/amm

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