Katholische Kirche:Missbrauchsstudie im Erzbistum Bamberg startet

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Ein Kreuz am großen Leuchter im Bamberger Dom. In der Erzdiözese startet die Studie zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. (Foto: Daniel Vogl/dpa)

Ein Forscherteam soll das Thema sexueller Missbrauch in der Erzdiözese aufarbeiten. Und setzt dabei auf die Unterstützung von Betroffenen.

Im Erzbistum Bamberg startet eine wissenschaftliche Studie zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Geleitet wird das Projekt vom Strafrechtler und Kriminologen Stefan Harrendorf aus Greifswald, von der Rechtspsychologin Renate Volbert aus Berlin und von der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Bamberg. Angelegt ist die Untersuchung auf mehr als zwei Jahre bis Ende 2026. Das teilte die Unabhängige Kommission am Dienstag in Bamberg mit.

Die Studie solle das "quantitative Ausmaß des durch Kleriker an Kindern, Jugendlichen und Schutzbedürftigen begangenen sexuellen Missbrauchs im Zeitraum von 1946 bis 2022" weiter aufklären. Ebenso widme sich die Studie den Folgen des Missbrauchs für die Betroffenen. Ihre Befragung nehme einen besonderen Stellenwert ein, da es zu den Erfahrungen aus Betroffenensicht bislang nur wenig systematische Untersuchungen gebe.

Das Forscherteam bat Betroffene von Missbrauch im Erzbistum Bamberg, sich an der Studie zu beteiligen. "Schließlich wird der administrative Umgang mit Beschuldigten und Betroffenen untersucht", teilte die Kommission weiter mit. "Dazu gehören die Analyse von Einzelfällen, die Feststellung von Verantwortlichkeiten und etwaigem Fehlverhalten von Führungspersonal der Erzdiözese, die Identifikation begünstigender struktureller Einflussfaktoren für sexuellen Missbrauch sowie die Bewertung der Möglichkeiten zur Prävention und Intervention im Erzbistum Bamberg."

Gleich nach seiner Ernennung Ende des Vorjahres hatte Bambergs Erzbischof Herwig Gössl eine derartige Studie angekündigt. In den vergangenen Jahren hatten immer wieder Studien zum Thema für Aufsehen gesorgt - etwa die große MHG-Studie aus dem Jahr 2018, die sexuellen Missbrauch im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) untersucht hatte. Das Erzbistum München-Freising veröffentlichte seine Studie Anfang 2022. Vor wenigen Monaten stellte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine Untersuchung zu Missbrauch in ihren Landeskirchen und in der Diakonie vor.

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