MilchkriseKaniber lehnt Forderungen der Milchbauern ab

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Mit 80 Traktoren haben die Bauern am Mittwoch gegen den dramatischen Verfall des Milchpreises protestiert und ein Eingreifen der EU gefordert.
Mit 80 Traktoren haben die Bauern am Mittwoch gegen den dramatischen Verfall des Milchpreises protestiert und ein Eingreifen der EU gefordert. Robert Haas
  • Bayerns Agrarministerin Kaniber lehnt EU-Eingriffe gegen den Milchpreisverfall ab und fordert stattdessen gemeinsame Lösungen von Bauern, Molkereien und Handel.
  • Der Milchpreis in Bayern fiel zwischen September und Dezember 2025 von 54,6 Cent auf 48 Cent je Liter, weitere Abschläge werden erwartet.
  • Deutschlandweit kamen in der dritten Kalenderwoche 39.000 Tonnen oder 6,7 Prozent mehr Milch bei den Molkereien an als im Vorjahreszeitraum.
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Bayerns Agrarministerin spricht sich gegen ein Eingreifen der EU gegen den aktuellen Preisabsturz aus. Stattdessen fordert sie Landwirte, Molkereien und Handel auf, gemeinsam dagegen vorzugehen.

Von Christian Sebald

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Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) ruft die Milchbranche auf, in der aktuellen Milchkrise Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam den freien Fall der Milchpreise für die Bauern zu stoppen. „Wenn Milchbauern, Molkereien und Handel gemeinsam die Milchmengen auf dem Markt im Blick behalten, können sie gegensteuern“, sagt Kaniber. „Dafür braucht es keinen staatlichen Dirigismus, sondern kluge Absprachen und faire Preise entlang der Kette.“ So sähen das auch der Bauernverband und große landwirtschaftliche Organisationen wie der Genossenschaftsverband.

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Mit ihren Worten erteilt Kaniber den Forderungen des Milchbauernverbands BDM eine Abfuhr. Die Organisation hatte sich am Mittwoch unterstützt von gut 200 Bauern, die mit 80 Traktoren nach München gekommen waren, dafür ausgesprochen, dass die EU in die aktuelle Milchkrise eingreift und den dramatischen Preisverfall stoppt. Die CSU, so der Appell der Bauern, solle sich mit Parteichef Markus Söder und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer dafür bei der EU-Kommission einsetzen. So wie das die Agrarminister Italiens, der Slowakei und Rumäniens Anfang der Woche bereits auf einem EU-Agrarministertreffen in Brüssel vorgemacht haben.

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU), hier auf der Grünen Woche in Berlin, ist dagegen, dass die EU in die aktuelle Milchkrise eingreift und ihre Kriseninstrumente aktiviert.
Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU), hier auf der Grünen Woche in Berlin, ist dagegen, dass die EU in die aktuelle Milchkrise eingreift und ihre Kriseninstrumente aktiviert. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die BDM-Forderungen zielen zum einen auf einen freiwilligen Lieferverzicht der Milchbauern gegen Entschädigung ab. Damit soll die Milchmenge auf dem europäischen Markt gedrosselt und so der Milchpreis stabilisiert werden. Zum anderen verlangen die Milchbauern verbindliche Lieferverträge mit den Molkereien mit festen Preisen und Laufzeiten. Damit wollen sie mehr Sicherheit. Aktuell erfahren sie die Preise für ihre Milch oft erst im Nachhinein und fühlen sich deshalb Preisabstürzen wie in diesen Tagen hilflos ausgeliefert. Zwischen September 2025 und Dezember 2025 fiel der Milchpreis der Molkereien in Bayern an die Bauern von durchschnittlich 54,6 Cent je Liter Milch auf 48 Cent. Für Januar 2026 und Februar 2026 wird mit weiteren Abschlägen von jeweils fünf Cent gerechnet.

Einig sind sich BDM und Kaniber, dass seit Monaten viel zu viel Milch auf dem Markt ist und das die Ursache des Preisverfalls ist. Deutschlandweit seien in der dritten Kalenderwoche 39 000 Tonnen oder 6,7 Prozent mehr Milch bei den Molkereien angekommen als im Vorjahreszeitraum, heißt es aus Kanibers Ministerium. Ein solches Überangebot führe zwangsläufig zu sinkenden Abnahmepreisen. Die Ministerin nennt das „Marktwirklichkeit“. Zugleich erinnert ihr Ministerium daran, dass die vergangenen Jahre für die Milchbauern sehr lukrativ gewesen seien, sie hätten in dieser Zeit Rücklagen für schwächere Zeiten bilden können.

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