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Käferplage:Miesbach unter Holz-Quarantäne

Bäume können bei einem starken Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer absterben.

Bäume können bei einem starken Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer absterben.

(Foto: Wolfgang Seemann/LFL)

Der Asiatische Laubholzbockkäfer bedroht die bayerischen Wälder, inzwischen kommt er auch in Teilen der oberbayerischen Stadt Miesbach vor.

Der Schädling hat längst ein eigenes Akronym: "ALB" kürzen die Behörden den Asiatischen Laubholzbockkäfer ab, der seit einigen Jahren auch in Bayern vorkommt. Jetzt hat die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) deswegen Teile der oberbayerischen Kreisstadt Miesbach unter eine Art Holz-Quarantäne gestellt.

Es ist die sechste bayerische ALB-Quarantänezone neben Neubiberg und Feldkirchen im Landkreis München, Murnau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), dem niederbayerischen Kelheim und dem Ort Schönebach im Landkreis Günzburg. Überall dort wurden befallene Laubbäume gefällt, gehäckselt und verbrannt, um die Ausbreitung des invasiven Käfers zu verhindern. Der schädige auch gesunde Bäume, heißt es von der LfL.

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In Miesbach wurden bisher an rund 30 Bäumen Käfer entdeckt. In Neubiberg könnte die Quarantäne Ende des Jahres auslaufen, sofern dort vier Jahre lang kein Käfer mehr entdeckt worden ist. So geschah es schon 2015 in Neukirchen am Inn (Landkreis Passau), wo der ALB laut LfL erfolgreich ausgerottet wurde.

Unterdessen bekämpft der Nationalpark Bayerischer Wald laut seiner Verwaltung mit dem Borkenkäfer einen alten Bekannten. In den kommenden Monaten könne es wegen Fällungen in den Randzonen kurzfristig zu Sperrungen von Rad- und Wanderwegen kommen. In den Naturzonen weiter im Inneren lässt der Nationalpark den Käfer gewähren.

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