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Miesbach:Heimatwasser

Grün freut sich über orange

Wirklich lang ist er noch nicht im Amt, aber immerhin: Den ersten Grünen hat der neue Umweltminister Thorsten Glauber von den Freien Wählern schon mal glücklich gemacht, und das allein dadurch, dass er eben der neue Umweltminister ist und den Freien Wählern angehört. Die haben sich im Wahlkampf auf dem Land immer gern auf die Seite derjenigen geschlagen, die gerade für irgendwas waren oder auch gern gegen was, eben je nachdem. Und im Landkreis Miesbach sind gerade viele gegen was, nämlich gegen den Wunsch der Münchner Stadtwerke nach einer Vergrößerung des Wasserschutzgebiets rund um ihre Brunnen im Mangfalltal.

Für Wolfgang Rzehak, seit 2014 erster grüner Landrat in Bayern, ist die Ausweitung des Wasserschutzgebiets kein Gewinnerthema. Die Stadt Miesbach müsste auf einen Teil eines künftigen Gewerbegebiets verzichten, und die betroffenen Bauern und Gutsbesitzer sehen sich nicht mehr als Herren auf dem eigenen Land, obwohl sie meist sowieso schon Biobauern sind, gedrängt und unterstützt von den Stadtwerken. Während seine Vorgänger das seit Jahrzehnten umstrittene Thema nach besten Kräften ruhen ließen, tat Rzehak wie ihm geheißen und trieb das Verfahren voran, was nicht nur die beiden alten Gegner-Vereine und die Stadt Miesbach auf den Plan rief. Einige Betroffene sicherten sich zudem die Dienste einschlägig tätiger Juristen und PR-Leute, die seither unter dem Schlagwort "Heimatwasser" gegen die Ausweitung Sturm laufen. Eine erste dreitägige Erörterung brachten die Beteiligten Ende September zu einem großen Teil mit Beschwerden und Befangenheitsanträgen gegen Rzehak und seine Mitarbeiter zu, unter anderem wegen Grinsens und wegen Redens über Befangenheitsanträge. In dieser Woche hätte die Erörterung fortgesetzt werden sollen, doch Rzehak hat das Verfahren ausgesetzt. Denn der neue Umweltminister sei ja Freier Wähler - und die seien bekanntlich gegen ein größeres Wasserschutzgebiet.