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Miesbacher Amigo-Affäre:Ex-Sparkassenchef legt Revision ein

Sparkassen-Affäre: Staatsanwaltschaft geht in Revision

Der ehemalige Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (r) und Gustav Georg Bromme (l), ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, vor der Urteilsverkündung.

(Foto: dpa)

Georg Bromme hatte mit eineinhalb Jahren auf Bewährung und 300 Sozialstunden die härteste Strafe bekommen. In seiner Zeit als Sparkassen-Chef gab es teure Geschenke für Miesbacher Kommunalpolitiker.

Nach der Staatsanwaltschaft hat nun auch der frühere Sparkassenchef Georg Bromme Revision gegen das Urteil im Prozess um die Miesbacher Amigoaffäre eingelegt. Bromme hatte mit eineinhalb Jahren auf Bewährung und 300 Sozialstunden die härteste Strafe bekommen. Laut Landgericht München II haben sich der Ex-Manager und seine beiden Mitangeklagten, der frühere Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) und der aktuelle Sparkassenchef Martin Mihalovits, der Untreue und der Beihilfe dazu schuldig gemacht. Das Urteil gegen Kreidl lautet elf Monate Haft auf Bewährung und 200 Sozialstunden. Mihalovits erhielt 27 000 Euro Geldstrafe und muss als Auflage 20 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.

In Brommes Zeit als Sparkassenchef hatte das Geldinstitut teure Geschenke, Reisen und dergleichen für Miesbacher Kommunalpolitiker finanziert und so ein regelrechtes Netzwerk etabliert. Die Amigoaffäre kam ans Licht bekannt, als die Miesbacher Sparkasse 2012 die 120 000 Euro teure Feier zum 60. Geburtstag von Kreidl fast alleine bezahlte.

Der Prozess vor dem Münchner Landgericht dauerte fast fünf Monate lang. Brommes Verteidiger plädierten auf höchstens neun Monate auf Bewährung für ihren Mandanten. Sie warfen der Staatsanwaltschaft "Stimmungsmache" und einseitige Ermittlungen vor. Die Staatsanwaltschaft hatte zweieinhalb Jahre Haft für den Ex-Banker gefordert.