Nach einem Anschlag mit Tierblut und Schweinekopf auf die Moschee der türkischen Gemeinde in Memmingen ermittelt die Münchner Generalstaatsanwaltschaft. Die Ermittler gehen von einem islamfeindlichen Motiv aus. Deshalb wurde die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus eingeschaltet, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten berichtete.
Unbekannte warfen am frühen Freitagmorgen mutmaßlich mit Tierblut gefüllte Luftballons in den Eingangsbereich der Moschee. Den Schweinekopf steckten die Täter auf den auf einer Mauer angebrachten Halbmond.
Die Tat ereignete sich am frühen Freitagmorgen. Das Staatsschutz-Kommissariat der Memminger Kripo sucht nun Zeugen, die die Täter gesehen haben könnten. Nach Abschluss der Spurensicherung säuberten Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadtverwaltung den Eingangsbereich der Moschee und eine daneben liegende Packstation, die ebenfalls verschmutzt worden war.
Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hat mehrere Aufgaben, zu denen neben der Bekämpfung von Geldwäsche auch Ermittlungen bei Terror- und Extremismusverdacht zählen.
Klaus Holetschek, Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag und Abgeordneter für den Stimmkreis Memmingen, verurteilte die Tat. Auf Instagram postete er: „Das ist widerlich, respektlos und absolut inakzeptabel. Wer so etwas tut, überschreitet jede Grenze. Das verurteile ich auf das Schärfste.“
Dieser Vorfall sei ein Angriff auf ein Gotteshaus – und damit auch ein Angriff auf die Werte des friedlichen Miteinanders und der Religionsfreiheit. Und weiter: „Meine Solidarität gilt der muslimischen Gemeinde in Memmingen.“
Ähnlich äußerte sich auf Instagram auch der Memminger SPD-Stadtrat Matthias Reßler. Was in dieser Nacht in Memmingen passiert sei, mache ihn sprachlos und wütend, heißt es in dem Post.
Ein solcher Angriff auf die Moschee sei kein „Streich“, sondern ein gezielter Akt der Einschüchterung und des Hasses. Dafür gebe es keine Rechtfertigung.


