Maximilian Märkl aus AugsburgAnführer der Identitären Bewegung soll Mitglied bei der AfD sein

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Der Augsburger Maximilian Märkl gehört zu den Führungsfiguren der rechtsextremistischen Identitären Bewegung.
Der Augsburger Maximilian Märkl gehört zu den Führungsfiguren der rechtsextremistischen Identitären Bewegung. (Foto: Frank Hammerschmidt/dpa)

Mit der rechtsextremistischen Organisation möchte selbst die AfD nichts zu tun haben. Maximilian Märkl dürfte in der Partei deshalb nicht Mitglied sein – er ist es aber offenbar doch.

Die AfD sieht sich erneut mit Schlagzeilen wegen Verbindungen zur als rechtsextremistisch eingestuften Identitären Bewegung (IB) konfrontiert. Nach Recherchen der Welt und der Augsburger Allgemeinen ist der Chef der Identitären Bewegung Deutschland, Maximilian Märkl, auch Mitglied in der AfD. Eine sogenannte Unvereinbarkeitsliste der Partei schließt eine Mitgliedschaft in der IB für AfD-Mitglieder eigentlich aus.

„Personen, die Mitglied einer extremistischen Organisation sind, können nicht Mitglied der Partei sein. Als extremistisch gelten solche Organisationen, welche in einer vom Bundesvorstand beschlossenen und den Gliederungen übermittelten Unvereinbarkeitsliste aufgeführt sind“, heißt es in der AfD-Satzung. Die IB steht auf dieser Liste.

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Der aus Augsburg stammende Märkl ist den Berichten zufolge Mitglied der bayerischen AfD. Deren Chef Stephan Protschka teilte auf Anfrage mit, er kenne den Bericht der Welt, finde aber nirgends, „dass dieser Herr Bundessprecher der IB sein soll“. Er habe die IB bei seiner Aufnahme im Dezember 2022 nicht angegeben. Damit bestätigte Protschka, ohne es direkt zu sagen, eine AfD-Mitgliedschaft Märkls. Wenn es einen Beleg gebe, dass er bei der IB so aktiv sei, wie im Welt-Bericht behauptet, „dann wird er mit einem Vorstandsbeschluss aus der Partei geworfen“, fügte Protschka hinzu.

Märkl trat kürzlich bei einer viel beachteten Podiumsdiskussion in Vetschau (Spreewald), an der auch die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré teilnahm, an der Seite von IB-Führungsfigur Martin Sellner auf. Der Österreicher stellte Märkl vor als „den Mann, der die IB wieder großgemacht hat“ und Märkl selbst bezeichnete sich dort in einer Rede als „Bundessprecher der Identitären Bewegung“.

Auf der Webseite der Grünen-Landtagsfraktion in Bayern ist zudem eine Antwort des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage veröffentlicht. Die Grünen hatten nach Erkenntnissen über Kontakte Märkls zu Politikern der AfD gefragt. In der Antwort Herrmanns wird Märkl als „einer der Bundessprecher der rechtsextremistischen Identitären Bewegung“ bezeichnet.

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