Im Presseclub München hat der evangelische Landesbischof Christian Kopp am Dienstag Aussagen widersprochen, dass die Evangelische Landeskirche Bayern (ELKB) das Geld für den Evangelischen Presseverband Bayern (EPV) komplett streichen werde. Er bezieht sich damit auf die Ankündigung seines Hauses von Mitte Februar, den Vertrag mit dem zentralen evangelischen Medienhaus zum Jahresende zu kündigen. Betroffen wären über 50 Mitarbeitende. Er sei über diese Diskussion und die Berichterstattung „sehr, sehr unglücklich“, so Kopp.
Die Ankündigung hatte hohe Wellen geschlagen. Darin sprach die ELKB davon, angesichts veränderter „finanzieller und medialer Rahmenbedingungen“ die bestehende Zuwendungsvereinbarung für den EPV zu kündigen. Damit sind jährliche Zuschüsse von 2,6 Millionen Euro verbunden. Ausgenommen, so hieß es, seien die Nachrichtenagentur EPD sowie Teile der Rundfunkarbeit. Stattdessen wolle man die eigene strategische Organisationskommunikation stärken und neu ausrichten. Erst 2024 hatte die Landeskirche ihre Kommunikation – damals noch im Verbund mit dem EPV – in einem „Campus Kommunikation“ neu gebündelt.

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EPV-Geschäftsführer Roland Gertz forderte für seinen Verband in der Folge, die Kündigung auszusetzen, bis eine neue, gemeinsam ausgearbeitete Vereinbarung unterschrieben sei. Zum Verband gehören die Wochenzeitung Sonntagsblatt samt Online-Plattform sonntagsblatt.de, die Evangelische Funk-Agentur und das Evangelische Fernsehen sowie der bayerische Landesdienst des Evangelischen Pressedienstes (EPD) und der Claudius-Verlag. Das drohende Aus unter anderem der traditionsreichen Wochenzeitung Sonntagsblatt werteten etliche Beobachter innerhalb und außerhalb der Kirche als Abkehr von der unabhängigen und durchaus auch kirchenkritischen evangelischen Publizistik.
In einer Versammlung Ende Januar, in der Mitarbeitende über die neue Entwicklung informiert wurden, ist Kopp zufolge ausschließlich erklärt worden, „dass die bestehende Unterstützungsvereinbarung zum Jahresende gekündigt werde“. Es sei nie die Frage gewesen, die Unterstützung komplett einzustellen. Der Schutz der Mitarbeitenden sei für ihn jetzt von „allerhöchster Bedeutung“. Deren Arbeit sei „extrem wichtig“. Die Kirche brauche auch künftig kritische journalistische Arbeit – auch gegenüber der Institution selbst. „Es ist selbstverständlich, dass die evangelische Kirche in Bayern Publizistik unterstützt und Publizistik liebt.“
Er, so Kopp, sei nicht der Zuständige für die Kommunikationsabteilung der ELKB und sei auch nicht in die Gespräche mit dem EPV eingebunden gewesen. Er dränge aber darauf, dass „extrem zeitnah“ Gespräche zwischen Landeskirche und EPV geführt würden.
EPV-Chef Gertz spricht am Rande der Pressekonferenz von seinen Bemühungen um Gespräche. Bislang habe es aus der zuständigen Stabsstelle auf seine Nachfragen noch keinerlei Reaktion gegeben. „Ich freue mich aber, wenn der Landesbischof sagt, dass er auf Dialog setzt, es überhaupt nicht zur Frage steht, dass der gesamte Zuschuss gestrichen wird, er weiter auf die evangelische Publizistik in ihren verschiedenen Formen setzt und ihm die Mitarbeitenden wichtig sind.“ In diese Richtung wolle man denken.

