Bildung Tränen nach dem Mathe-Abi gab es früher schon

Die Matheklausuren sind offenbar minimal schlechter ausgefallen als im vergangenen Jahr.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Es ist gut, wenn Schüler ihren Unmut über schwere Aufgaben im Mathe-Abitur äußern - ein Anspruch erwächst daraus aber nicht.

Kommentar von Jasmin Siebert

Nicht zur Disposition steht für den bayerischen Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), das Mathe-Abitur neu schreiben zu lassen oder den Notenschlüssel zu verschieben. Auch wenn die endgültigen Ergebnisse das schlechteste Mathe-Abi aller Zeiten offenbaren sollten - Piazolo handelt richtig, die Büchse der Pandora nicht zu öffnen. Denn wie schlecht müsste ein Schnitt sein, um seine Anpassung zu rechtfertigen? Und was wäre mit dem Jahrgang, in dem außergewöhnlich viele Rechengenies sitzen - müsste deren Schnitt nach unten korrigiert werden? Wäre das gerecht?

Obwohl es keine Anzeichen gab, dass etwas mit den Aufgaben nicht gestimmt hätte, nahm der Kultusminister die Sorgen der Schüler ernst und forderte die Ergebnisse der Erstkorrektur an. Die lassen vermuten: Die Matheklausuren scheinen minimal schlechter auszufallen als im vergangenen Jahr, die Schwankung bewegt sich aber im üblichen Rahmen.

Tränen oder wütende Protestbriefe nach Prüfungen gab es auch früher schon. Nur bekam das niemand mit. Es ist erfreulich, dass Schüler heute mit Petitionen öffentlich auf ihre Nöte aufmerksam machen. Doch ein Anspruch auf Umsetzung lässt sich daraus nicht ableiten. Das Mathe-Abitur lehrt vor allem eines: Vollkommene Gerechtigkeit im Leben gibt es nicht.

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