Eine Rede im Bierzeltdunst kann Spuren hinterlassen, auch in den Kleidern des Ministerpräsidenten. Am Montag, nach seinem Auftritt beim Gillamoos, ist Markus Söder (CSU) erst mal aus Hemd und Trachtenjanker in ein frisches Poloshirt geschlüpft, bevor ihn die Blaskapelle vom Festplatz eskortierte. Wenig später wechselte er das Shirt gegen einen schwarzen Anzug. Er musste ja nach Fürstenfeldbruck, zum Gedenken an das Olympia-Attentat 1972. Im Bierzelt pries Söder die bayerische "Lebensfreude", kurz danach sprach er über das Attentat, das am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck ein "schlimmes und erschütterndes Ende fand". Und wenige Stunden später? Steckte Söder erneut im Trachtenjanker, als Redner beim Erdinger Herbstfest.
Söders Hartz-IV-Attacke:"Bierzelt ist halt Bierzelt" - oder?
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Alkohol trinken und Auto fahren? Ein Witz. Arbeitslose als "Diogenes in der Tonne"? Nicht böse gemeint. Söder und die CSU haben beim Gillamoos-Volksfest mächtig provoziert - und wundern sich am Tag danach über Kritik. Darf man jetzt nicht mal mehr im Bierzelt alles sagen?
Von Katja Auer, Thomas Balbierer, Andreas Glas und Johann Osel, München
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