Leitung gesuchtNeuausrichtung für das Künstlerhaus Marktoberdorf

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Nicht leicht zu bespielen: Das Künstlerhaus Marktoberdorf mit dem eigenwilligen Klinkerbau und einer denkmalgeschützten Villa.
Nicht leicht zu bespielen: Das Künstlerhaus Marktoberdorf mit dem eigenwilligen Klinkerbau und einer denkmalgeschützten Villa.
Thomas Häring

Das Künstlerhaus Marktoberdorf soll eine neue Leitung erhalten. Die Stelle ist ausgeschrieben. Der Wunsch: Die regionale und junge Kunstszene soll stärker in den Fokus rücken.

Von Sabine Reithmaier

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Fast ein Jahr ist es her, dass Maya Heckelmann das Künstlerhaus Marktoberdorf unerwartet verlassen hat. Der Grund: Die künstlerische Leiterin und der Träger des Hauses hatten unterschiedliche Ansichten über die künftige Ausrichtung der Institution. Jetzt hat die Kunst- und Kulturstiftung Dr. Geiger-Haus die Stelle neu ausgeschrieben.

Laut Stellenausschreibung soll das Künstlerhaus nach 25 Jahren zum Jahreswechsel das nächste Kapitel seiner Geschichte aufschlagen: Das Haus soll sich öffnen und zugänglicher werden, neue Formate entwickeln – ohne dabei das zu verlassen, was es stark macht: „Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit zeitgenössischer, qualitativ hochwertiger Kunst, in einem unerwarteten Kontext.“

Qualitativ hochwertig waren auch die Ausstellungen von Maya Heckelmann gewesen, die das Profil des Hauses entscheidend geprägt und es als wichtige Institution für zeitgenössische Kunst überregional verankert hatte. Die Stiftung wünschte sich aber mehr regionale Ausstellungen. Man wolle die regionale und junge Kunstszene stärker in den Fokus rücken, hatte Carl Singer, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung damals erläutert. Außerdem wünsche man sich mehr Themenvielfalt.

Für Maya Heckelmann waren nach knapp 16 Jahren Leitung diese Wünsche mit ihrem Kunstanspruch nicht vereinbar. Ihr sei hohe Qualität wichtig, sagte sie. Zudem sei mit der alljährlich stattfindenden Ostallgäuer Kunstausstellung die Region bereits ein fixer Programmpunkt im Jahresablauf des Hauses.

Jetzt sucht die Stiftung nach „Menschen, die zeitgenössische Kunst als gesellschaftliche Praxis verstehen und neugierig genug sind, das Allgäu nicht als Kompromiss, sondern als Ausgangspunkt zu sehen“. Erwartet werden kuratorische Erfahrung und Finanzierungskompetenz. Geboten werden 2800 bis 3200 Euro brutto für eine 28-Stunden-Woche. Berufseinsteiger werden ausdrücklich zur Bewerbung ermutigt.

Das Museum besteht aus einem Klinkerbau und einer Villa

Das Künstlerhaus ist nicht einfach zu bespielen. Es besteht aus dem eigenwilligen Klinkerbau der Schweizer Architekten Bearth & Deplazes (2001) und einer denkmalgeschützten Villa, dem ehemaligen Wohnhaus von Dr. Julius Geiger aus den 1920er-Jahren. Derzeit erprobt die Kunst- und Kulturstiftung dort gerade ein neues Format: „Hausbesuch – über Echos im Raum und andere Formen der Begegnung“ nennt sich die Schau. Ein Ergebnis des ersten Offenen Calls, den die Stiftung im Frühjahr ausgeschrieben hatte. 170 internationale Einreichungen lagen der externen Jury vor, die sich schließlich für das Konzept einer siebenköpfigen Künstlergruppe entschied.

Anna Pascó Boltà, Tobias Buckel, Elke Dreier, Tobias Kraft, Nina Laaf, Aleschija Seibt und Felix Leon Westner verstehen das Künstlerhaus als aktiven Klangkörper, lassen Malerei, Skulptur, Video und Installation in einen vielstimmigen Dialog treten. „Im Zentrum steht das Dazwischen – die Frage, wie Bedeutung und Verbindung im Moment der Begegnung entstehen“, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu gibt es auch ein umfangreiches Begleitprogramm.

Dem „Hausbesuch“, der bis Ende August läuft, folgt die bereits erwähnte Ostallgäuer Kunstausstellung. Was dann kommt, liegt schon in den Händen der neuen Leitung.

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