Maishäcksler-Prozess:"Wie du mir, so ich dir"

Maishäcksler-Prozess: Im westlichen Mittelfranken klagten 2019 mehrere Landwirte über Anschläge auf ihre Maishäcksler (hier ein Bild aus Niedersachsen) und Felder. Gemutmaßt wurde zunächst über die Taten von Mais-Hassern.

Im westlichen Mittelfranken klagten 2019 mehrere Landwirte über Anschläge auf ihre Maishäcksler (hier ein Bild aus Niedersachsen) und Felder. Gemutmaßt wurde zunächst über die Taten von Mais-Hassern.

(Foto: Philipp Schulze/dpa)

Zwei Brüder sollen Metallteile auf Feldern in Mittelfranken deponiert und Landmaschinen beschädigt haben. Einer steht nun wegen versuchten Totschlags vor Gericht - weil er zuvor die Bibel zitiert hatte.

Von Olaf Przybilla, Nürnberg

Das lernen Strafverteidiger schon in der juristischen Grundausbildung: Lieber soll der Angeklagte schweigen, als Unsinn zu verzapfen. Das "Maishäckslerverfahren", beheimatet in Gerichten Mittelfrankens, hat das Zeug, als Beleg für diesen Grundsatz Eingang in rechtswissenschaftliche Proseminare zu finden. Da war ein Landwirt zunächst am Amtsgericht angeklagt wegen Sachbeschädigung; hat dort nicht komplett durchdachtes Zeug geredet - und muss sich als Folge jetzt vor der Schwurgerichtskammer verantworten. Oberstes juristisches Regal also. Der neue Vorwurf: versuchter Totschlag.

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