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Ludwig Thoma:"Dreinhauen, dass die Fetzen fliegen"

Ludwig Thoma

Weil er mit dem Schreiben genug verdient, kann er es sich leisten, seine Anwaltskanzlei aufzugeben: Ludwig Thoma 1914 in seinem Haus auf der Tuften in Rottach am Tergernsee.

(Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

Der Jurist, Redakteur und Schriftsteller Ludwig Thoma hat sich zur Zeit der Räterepublik vom bissigen Satiriker des "Simplicissimus" zum Hetzer gewandelt.

Im Januar 1920 mokiert sich die Münchener Post, eine sozialdemokratische Tageszeitung, über den geistigen Abstieg von Münchens prominentester Satirezeitschrift: "Der Simplicissimus, einst Kämpfer gegen die Auswüchse des Militarismus, des Klerikalismus, des Junkertums, irgendwie eine Fahne, die für die Freiheit wehte, ist ein Organ für den unpolitischen Sinn, das Lachen um jeden Preis geworden: allenfalls ist es für die Stärke des Münchener Ordnungsblocks zu brauchen. Übliche 'Jedermannsparolen', wie 'Nieder mit den Schiebern' oder 'Raus aus dem Parteien-Sumpf' geben den dürftigen Hintergrund für Meinungsäußerungen ab; sonst noch ein wenig Haßgesang ... "

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