Am 22. April 1809 hätte die Geschichte Bayerns beinahe eine falsche Richtung eingeschlagen. Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., ritt an jenem Tag nach der Schlacht bei Abensberg an der Seite Napoleons, als plötzlich die Kugeln von Scharfschützen vorbeipfiffen und direkt hinter ihm mehrere Soldaten töteten. Hätten sie ihn getroffen, wäre aus München nicht die bewunderte Kunststadt geworden, es gäbe keine Walhalla, keine Befreiungshalle, kein Pompejanum, und man würde Bayern vermutlich heute noch mit „i“ (Baiern) schreiben.
Neue Biografie zu König Ludwig I.Ein Leben, das in seiner Fülle kaum zu fassen ist
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„Allen Biografen fiel es schwer, die Vielfalt dieses Königslebens zu bändigen“: Ludwig I., König von Bayern (1825-48), baute München zur Kunststadt aus.
Scherl/Süddeutsche Zeitung PhotoEin eigensinniger Herrscher, für den Kunst eine existenzielle Bedeutung hatte: Die Historikerin Marita Krauss vertiefte sich in die selten gesichteten Traumtagebücher von Ludwig I. - und kommt den Gefühlen und dem Enthusiasmus des Regenten erstaunlich nahe.
Von Hans Kratzer
