Lyrik:Aus dem Dal der Kindheit

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Die Altmühl bei Treuchtlingen: Für Ludwig Fels, der sich mit seinen Gedichten zurück in die Kindheit versetzte, ist sie die "Ader der Einnerung". (Foto: imageBROKER/Martin Siepmann)

Mit seiner Geburtsstadt Treuchtlingen wollte der gefeierte Schriftsteller Ludwig Fels nichts zu tun haben: Zu viel Leid hatte er dort erfahren. Vor seinem Tod schrieb er jedoch ein letztes Buch - mit Gedichten auf Fränkisch. Eine Versöhnung?

Von Uwe Ritzer

Die Idee, Gedichte in jener fränkischen Mundart zu schreiben, mit der er aufgewachsen ist, trieb Ludwig Fels schon lange um. Bereits 2007 dachte er laut darüber nach, was allein deswegen bemerkenswert war, weil der mit Literaturpreisen überhäufte Schriftsteller damals schon länger als ein Vierteljahrhundert in Wien lebte und arbeitete. Und mit Franken, im Speziellen aber mit seiner Geburtsstadt Treuchtlingen nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben wollte. Abgesehen von wenigen privaten Kontakten und gelegentlichen Besuchen am Grab seiner Mutter. Treuchtlingen sei für ihn "ein erledigter Fall", sagte Fels 2007 der SZ, "eine gesichtslose Stadt. Die Häuser sind nichts anderes als bewohnte Grabsteine."

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