Der Personalmangel ist weiterhin eine Herausforderung an Bayerns Schulen, nach wie vor fehlen Lehrkräfte. Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) konnte dennoch im Bildungsausschuss des Landtags einen Teilerfolg verkünden: 400 Vollzeit-Kapazitäten seien dadurch gewonnen worden, dass viele Lehrkräfte freiwillig dem Appell gefolgt seien, ihr Teilzeitmaß anzupassen. Diese Bereitschaft habe dazu beigetragen, dass das neue Schuljahr gut gestartet sei.
Ein hoher Prozentsatz der bayerischen Lehrer und Lehrerinnen arbeitet nach Angaben des Kultusministeriums in Teilzeit. Stolz sieht darin bereits seit einiger Zeit ein Potenzial, das dazu beitragen kann, den Mangel abzumildern. Anfang des Jahres hatte sie daher an Lehrkräfte appelliert, ihr Stundenmaß freiwillig zu erhöhen. Diesem Aufruf seien viele gefolgt, wie sie nun mitteilte – auch ohne Pflicht.

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Auch Simone Strohmayr (SPD) warnte im Bildungsausschuss davor, die Teilzeitmöglichkeiten für Beamte gesetzlich einzuschränken, wie es Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im September angekündigt hatte. Diese Maßnahme hält sie eigenen Worten zufolge für kontraproduktiv: Lehrerinnen und Lehrer würden dadurch möglicherweise abgeschreckt, was den Mangel nur noch weiter verschärfe.
Dass dieser weiterhin besteht, ist auch Stolz bewusst. Entwarnung gab sie im Ausschuss nicht – obwohl die Maßnahmen aus ihrem im Frühjahr vorgestellten Gesamtkonzept für die Unterrichts- und Personalversorgung funktionieren, wie sie sagte. Man müsse dennoch jedes Jahr erneut prüfen, welche Maßnahmen erforderlich seien. Bereits jetzt ist die Ministerin eigener Aussage nach in den Vorbereitungen für das kommende Schuljahr.
Dabei helfen soll auch der neue Doppelhaushalt. Der Schulbereich sei auch in schwierigen finanziellen Zeiten eine Priorität, an der nicht gespart werde, so Stolz. Von 2027 an sehe der Haushalt 1500 neue Stellen für Lehrkräfte und 400 neue Stellen für multiprofessionelle Unterstützungskräfte an Schulen vor.
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf dem Bürokratieabbau. Konkret werde man von 2027 an Förderprogramme umwandeln, sagte Stolz: Daraus sollen unbürokratische Zuschussmodelle werden. Zehntausende Anträge würden dadurch wegfallen, Leistungen kämen schneller bei den Schulen an. Auch für die Digitalisierung habe man eine Strategie: Künstliche Intelligenz biete „große Chancen“ für die individuelle Förderung der Schüler, so die Ministerin. Man müsse aber mit Augenmaß vorgehen, insbesondere in Hinblick auf die Bildschirmzeit.
Das Ministerium beschäftigt sich laut Stolz zudem mit den Ergebnissen des bundesweiten IQB-Bildungstrends. Diese zeigten zwar, dass Bayern im Ländervergleich weiterhin einen Spitzenplatz belege. Dennoch seien signifikante Kompetenzrückgänge festgestellt worden. Stolz kündigte an, die Ursachen finden zu wollen.

