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Leben nach der Katastrophe:Die Anwohnerin

Halten sie wirklich? Oder nicht? Oder wie lange? Erst hieß es, der Scheitel der Donau käme um Mitternacht, dann in der Früh. Am Vormittag dachte sich Brigitta Glockner: "Gott sei Dank, die pumpen noch." Aber dann hat es die Anwohner der Werftstraße doch erwischt. Es war die einzige Stelle in Regensburg, an der die mobilen Schutzwände nicht ausreichten. Das Fernsehen berichtete live, der Ministerpräsident war da. Glockner, 70, hat von alldem nichts mitbekommen. Sie wischte und wischte, bis auch noch das Grundwasser kam und die Tochter sie stoppte. 30 Zentimeter stand das Wasser im Erdgeschoss, inzwischen haben sich die Wände einen Meter hoch vollgesaugt.

Regensburg und die Donau: Dieser Parkplatz war komplett überflutet.

(Foto: Wolfgang Wittl)

Vom örtlichen Stromversorger bekam Glockner einen 50-Euro-Gutschein. Die Trockengeräte hat sie trotzdem wieder abgeschaltet, die Rechnung stieg auf Hunderte Euro. In den Räumen stapeln sich Möbel, Fahrräder und Matratzen, an den welligen Wänden blättert Farbe ab. Richtig trocken wird es hier nie mehr sein, glaubt Brigitta Glockner, verlassen wird sie ihr Elternhaus jedoch nicht. Und überhaupt: "Wir dürfen nicht jammern. Wenn man die anderen anschaut, sind wir noch glimpflich davongekommen."

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