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Leben nach der Katastrophe:Drei Monate nach der Flut

Hochwasser in Passau

Passau am 3. Juni 2013: Die Altstadt steht unter Wasser, der Donaupegel erreicht an diesem Tag seinen Höchststand - 12,89 Meter.

(Foto: dpa)

Vor drei Monaten versank halb Bayern in den Fluten: Orte wurden evakuiert, Autobahnen gesperrt, Menschen dramatisch gerettet. Doch wie geht es den Anrainern heute? Welche Erinnerungen begleiten sie? Eine Reise entlang der Donau von Weltenburg bis Passau.

Von Wolfgang Wittl

Der Abt

Ein Vater lässt mit seinem Sohn Steine übers Wasser flutschen, Rentner schlendern von der Schiffsanlegestelle Richtung Kloster Weltenburg: "Und des sin' also de Hochwasserstrich', isch ja Wahnsinn", sagt eine Frau aus Schwaben, als sie die Markierungen an der Klostermauer sieht. Der Strich vom 4. Juni 2013 hat es immerhin auf Rang vier der ewigen Bestenliste gebracht. Im Benediktinerkloster herrscht geschäftiges Treiben, am Sonntag kommt der Bischof zum 100. Jahrestag der Wiedererhebung. Pforten und Fenster sind weit geöffnet, drei Monate zuvor waren sie komplett verrammelt.

Donau, drei Monate nach dem Hochwasser: Kloster Weltenburg im Landkreis Kelheim mit Abt Thomas Freihart.

(Foto: Wolfgang Wittl)

Die sogenannten Dammbalkenverschlüsse, die seit Jahren in einer klösterlichen Scheune lagern, haben ihren Dienst genauso erfüllt wie das Zementgemisch, das zur Abdichtung in den Boden gepresst wurde. Ansonsten, sagt eine Bedienung, wäre das Hochwasser diesmal wohl ähnlich verheerend gewesen wie Pfingsten 1999. Die Donau, die damals die gesamte Klosteranlage überflutete, fließt 70 Meter weiter unten am Kiesstrand friedlich vor sich hin. "Unsere Schutzelemente haben ihre erste große Bewährungsprobe bestanden", sagt Abt Thomas Freihart: "Wir haben darauf vertraut, dass sie halten."

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