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Laufen:Bessere Vermarktung nötig

FW mit ihrer Klausur zufrieden, mit ihrer Beliebtheit aber nicht

Bis zum späten Mittwochvormittag war die Welt der Freien Wähler (FW) noch in schönster Ordnung: "Die beste Winterklausur" seit dem Landtagseinzug 2008 habe man im oberbayerischen Laufen abgehalten, schwärmte FW-Chef Hubert Aiwanger. Auch die Stimmung und Geschlossenheit in der Fraktion: "Bestens." Dann aber tröpfelten die ersten Ergebnisse vom Bayerntrend des BR-Politikmagazins "Kontrovers" ein: Nur fünf Prozent der Wähler würden den FW am Sonntag ihre Stimme geben - gerade halb so viel wie im vergangenen Jahr. "Da waren wir alle erst einmal konsterniert", sagte Aiwanger.

Die Umfrage zeigt die Fortsetzung eines Erosionsprozesses, der den Freien Wählern seit Monaten zu schaffen macht. Sie finden mit ihren Themen kaum noch Gehör in der Bevölkerung. Aiwanger bleibt dabei: An den Inhalten liege es nicht, vielmehr setzt er künftig auf "eine bessere Vermarktung unserer Arbeit". Die Bundesregierung forderten die FW in Laufen erneut zum grundlegenden Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik auf. Täglich höchstens 1000 Flüchtlinge sei Deutschland imstande aufzunehmen, sagt Aiwanger, ein Besuch des Warteraums in Freilassing habe ihn in dieser Auffassung bestätigt. Gegen das Freihandelsabkommen TTIP und für regionale Vermarktung in der Landwirtschaft - auch darüber wurde gesprochen.

Bei einem kommunalpolitischen Abend habe man so viel Zustimmung erfahren, dass es "fast schon unheimlich" gewesen sei, sagte Aiwanger. Aber nur fast so unheimlich wie der neue Bayerntrend.

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