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Landwirtschaft:Milchbauern werden weniger

Schwund geht unvermindert weiter, Betriebe werden größer

Die Zahl der Milchbauern in Bayern geht weiter dramatisch zurück. Allein dieses Jahr haben 1580 Milchbauern oder 4,9 Prozent die Rinderhaltung aufgegeben. Damit setzt sich der Schwund der vergangenen Jahre unvermindert fort. Vor drei Jahren gab es nach Angaben des Statistischen Landesamtes gut 35 000 Milchbauern im Freistaat. 2017 sind es 30 490. Seit 2015 hat damit jeder siebte Milchbauer hier die Milchwirtschaft aufgegeben. Der Freie-Wähler-Chef und Landwirt Hubert Aiwanger befürchtet schon, dass es in zehn Jahren womöglich "nur noch 10 000 Milchbauern in Bayern gibt". Die Zahl der Milchkühe hingegen bleibt vergleichsweise konstant. Sie pendelt seit Jahren um 1,2 Millionen Tiere herum. Dieses Jahr betrug der Rückgang 1,1 Prozent. Gleichwohl steigt die Milchmenge, welche die Bauern mit ihren Kühen erzeugen, kontinuierlich an. Im Jahr 2015, aus dem die aktuellen Zahlen stammen, waren es 8,12 Milliarden Liter. 2005 hingegen 7,5 Milliarden Liter.

Experten sehen sich in ihren Warnungen bestätigt. "Die neuen Zahlen belegen einmal mehr, dass immer weniger Milchbauern einen Hofnachfolger finden", sagt der Allgäuer Milchbauer und Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Hans Foldenauer. "Bei all den Milchkrisen der vergangenen Jahre wollen sich die jungen Leute die harte Arbeit einfach nicht mehr antun." Die Folge des Milchbauernsterbens sei ein Konzentrationsschub. Und zwar nicht nur, was die Größe der Betriebe anbelangt, die statistisch gesehen in Bayern seit Langem um wenigstens eine oder zwei Kühe pro Betrieb und Jahr ansteigt. Sondern auch, was die Verhältnisse auf den Höfen betrifft. "Wir stehen kurz davor, dass uns die Abnehmer unserer Milch diktieren, welches Futter wir unseren Kühen füttern müssen, wo wir es kaufen müssen, welche Qualitäten wir liefern müssen und anderes mehr", sagt Foldenauer, "so wie das in der Geflügelhaltung und der Schweinemast schon gang und gäbe ist. Mit bäuerlicher Landwirtschaft hat das nichts mehr zu tun."