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Landwirtschaft:Kampf dem Vergilbungsvirus

Bayern will Notfallzulassung für verbotenes Pflanzenschutzmittel

Wegen drohender Ernteverluste bei Zuckerrüben durch das Vergilbungsvirus hat Bayern eine Notfallzulassung für EU-weit verbotene Pflanzenschutzmittel beantragt. Die Zulassung solle unter strengen Vorgaben auf das besonders betroffene Anbaugebiet Franken begrenzt bleiben, teilte das Agrarministerium mit. Eine flächendeckende Ausweitung auf andere Regionen sei nicht vorgesehen. Zudem werde sichergestellt, dass die Bekämpfung des Virus nur mit einem umfassenden amtlichen Monitoring erfolge. Die Bauern würden verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, damit Bienen und andere Insekten nicht gefährdet werden.

Das Pflanzenschutzmittel enthält Wirkstoffe der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide. Diese dürfen seit 2018 EU-weit grundsätzlich nicht mehr im Ackerbau verwendet werden, weil sie Bienen und andere Insekten in ihrem Bestand gefährden. In Bayern ist Franken von dem Virus besonders stark betroffen. Es bedrohe von Frankreich kommend den Zuckerrübenanbau und richte erhebliche Schäden an. Dieses Jahr seien in Franken auf 87 Prozent der gesamten Anbaufläche von 22 300 Hektar Vergilbungssymptome aufgetreten. Der Anbau sei bereits in einer existenziellen Notlage. Eine Notfallzulassung bislang in Frankreich und der Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten erteilt, ebenso für Nordrhein-Westfalen und für Niedersachsen. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten ebenfalls Anträge gestellt, weitere Länder wollen folgen.

© SZ vom 18.12.2020 / dpa
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