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Landwirtschaft:Bauernpräsident bekennt sich zum Artenschutz

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Walter Heidl, hat sich am Dienstag zur Verantwortung der Landwirte für den Erhalt der Artenvielfalt bekannt. "Ohne uns Bauern geht es beim Artenschutz nicht", sagte Heidl. Die Landwirte übernähmen Verantwortung, aber andere sollten es auch tun. Auch der Bauernverband "hat das Signal des ,Volksbegehrens Artenvielfalt - Rettet die Bienen' verstanden und stellt sich den veränderten gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft und die Bauern", sagte Heidl. Nichtsdestotrotz hält Heidl daran fest, dass fünf Forderungen des Volksbegehrens aus Sicht seines Verbands in fachlicher Hinsicht nicht umsetzbar seien.

Allen voran das umstrittene Verbot, Wiesen und Weiden nach dem 15. März zu walzen. "Walzen ist auf vielen Grünlandflächen unerlässlich, um die Grasnarbe zu erhalten und unerwünschte Pflanzen zurückzudrängen", sagte Heidl. Sollte das Verbot kommen, müssten die Bauern mit erheblichen Verlusten bei der Futterqualität und Zusatzkosten für Ersatzfutter rechnen. Ein Verbot des großflächigen Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf Wiesen und Weiden hält Heidl ebenfalls fachlich für nicht umsetzbar. Auch die Einstufung von Streuobstwiesen ab einer Fläche von 2500 Quadratmetern und artenreichen Wiesen und Weiden als Biotope lehnt der Bauernverband weiter kategorisch ab. So wie auch Forderung, die negativen Folgen der industriellen Landwirtschaft mit ihrem massiven Einsatz an Dünger und Pflanzenschutzmitteln im Schulunterricht zu thematisieren. Die Formulierungen des Volksbegehrens sind aus Sicht des Bauernverbands "einseitig" und "unausgewogen".

Alle anderen Formulierungen des Volksbegehrens hält Heidl grundsätzlich für realisierbar. Darunter auch das Ziel, den Anteil des Bio-Landbaus bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen - wenn der Markt für Bio-Lebensmittel mithalte und der Freistaat entsprechende Förderprogramme auflege. Bisher hatte sich der Bauernpräsident zu diesem Punkt sehr skeptisch geäußert. Selbst sein Nein zur späten Mahd von zehn Prozent des Grünlands nach dem 15. Juni und verpflichtenden Gewässerrandstreifen hat Heidl offenbar aufgegeben. Nun hält er beide Forderungen für verwirklichbar, wenngleich es "nur schwierig" möglich sein dürfte.