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Landtag:Grüne fordern mehr bezahlbare Wohnheimplätze für Studenten

Studenten auf Wohnungssuche

Wer als Student eine bezahlbare Unterkunft sucht, kann sich nur selten auf einen Wohnheimplatz verlassen.

(Foto: dpa)
  • Die Grünen-Fraktion im Landtag fordert, mehr Geld für Studentenwerke bereitzustellen, um so mehr bezahlbare Wohnheimplätze für Studenten zu schaffen.
  • Einem entsprechenden Antrag zufolge seien heute etwa 120 000 Studenten mehr an bayerischen Hochschulen eingeschrieben als noch 2008, die staatlichen Zuschüsse für die Studentenwerke lägen aber unter dem Niveau von 2005.
  • Das Wissenschaftsministerium weist die Kritik zurück.

Die Studiengebühren sind Geschichte und trotzdem wird das Studium in Bayern immer teurer. Schuld sind die Mieten, die gerade in Uni-Städten stetig steigen - während bezahlbare Wohnheimplätze Mangelware sind. Für Verena Osgyan, die hochschulpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, ist das ein Versäumnis der Staatsregierung. Ihre Fraktion fordert deshalb, den Haushaltsplan für 2017/18 zu ändern und darin mehr Geld für Studentenwerke bereitzustellen, die einen Großteil der Wohnheime betreiben. "Immer mehr junge Menschen studieren in Bayern. Wo sie aber bezahlbar wohnen sollen, interessiert die CSU-Regierung nicht", so Osgyan.

Konkret soll die Staatsregierung knapp neun Millionen Euro für studentisches Wohnen freimachen. Momentan stehen den fast 380 000 Studenten im Freistaat etwa 38 000 Wohnheimplätze zur Verfügung - neun von zehn Studenten gehen also leer aus und müssen sich anderweitig eine Bleibe suchen. "Die Mietpreise steigen raketenhaft, der Ausbau der Wohnheime geht aber nur im Schneckentempo voran", kritisiert Osgyan.

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In ihrem Antrag schlüsseln die Grünen diesen Vorwurf in Zahlen auf. Demnach seien heute etwa 120 000 Studenten mehr an bayerischen Hochschulen eingeschrieben als noch 2008. Die staatlichen Zuschüsse für die Studentenwerke lägen aber "nach massiven Kürzungen" derzeit unter dem Niveau von 2005. Zudem würden die Mittel vor allem in die Sanierung bestehender Zimmer gesteckt, statt neue Plätze zu schaffen - während die Zahl der Studenten immer weiter ansteigt.

Das Wissenschaftsministerium weist die Kritik zurück. Im Jahr 2017 investiere der Freistaat 32,5 Millionen Euro in Wohnheimplätze, "und zwar sowohl in Neubauten wie auch in die Sanierung bestehender Einrichtungen". Weitere 15 Millionen könnten "bei Bedarf" aufgestockt werden. Zuletzt wurde ein Studentenwohnheim in Erlangen mit 410 Plätzen eröffnet. Bamberg bekam 99 neue Plätze. Tatsächlich steht Bayern im bundesweiten Vergleich gut da: Wiederholt hatte das Deutsche Studentenwerk den Freistaat für seine Zuschüsse in studentischen Wohnraum gelobt.

Anlass für die Kritik der Grünen ist der jüngst veröffentlichte Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, derzufolge die Preise für Studentenwohnungen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen sind.

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