Das Fachblatt Bunte hat vor Jahren mal eine Übersicht zusammengestellt, was bei Liebeskummer zu tun ist. Heißt die oder der Ex in der Kontaktliste im Handy noch immer Bärchen oder Schatzi, ist da zu lesen, solle man das schleunigst in „Unwichtig“ oder „Taugt nix“ ändern, des Seelenfriedens wegen. Man soll außerdem alles machen, was den verflossenen Partner schon immer genervt hat, gemeinsame Fotos löschen sowie einen Städtetrip unternehmen.
London, Madrid oder Rom, so ein Ausflug mal eben ist schwierig für einen 15-Jährigen, bei dem man zu seinen Gunsten auch davon ausgehen muss, dass seine Freundin in der Kontaktliste weder „Bärchen“ noch „Schatzi“ hieß. Von der Bunten hat er bestimmt auch noch nichts gehört, weil er altersgerecht nur auf Tiktok rumhängt. Was blieb ihm also anderes übrig in seiner Verzweiflung, als die Polizei zu rufen, um 1.35 Uhr nachts. Seine Freundin, so steht es im Bericht der zuständigen Polizei, hatte da offenbar schon Stunden zuvor mit ihm Schluss gemacht. Halt suchte der 15-Jährige demnach auf einer Parkbank mitten in Landshut, vergebens. Die Fotos seiner Verflossenen, davon ist auszugehen, hatte er aber noch nicht gelöscht. Stattdessen erzählte er den Streifenbeamten, dass er nun Angst habe.
Akuter Liebeskummer kann einen in die Knie zwingen, da ist der junge Mann nicht allein. Neurowissenschaftler haben gezeigt, dass Herzschmerz ähnliche Gehirnregionen aktiviert wie ein Drogenentzug. Ist ja klar, wenn die Glückshormone plötzlich weichen und die Stresshormonen angreifen. Bei so viel Kummer und Ärger spinnt dann unter Umständen auch noch die linke Herzkammer, man nennt das Broken-Heart-Syndrom. Brustschmerzen, Atemnot und Ohnmacht sind die häufigsten Beschwerden. Wer also bei Liebeskummer Herzprobleme verspürt oder unter Schlaflosigkeit leidet und über einen längeren Zeitpunkt niedergeschlagen ist, berichtet das anderweitige Fachblatt Apotheken-Umschau, solle sich an den Hausarzt wenden.
Die hilfsbereiten Polizisten haben derweil das einzig Richtige getan und den unglücklichen Teenager erst einmal getröstet. Dann haben sie ihn hinten in ihren Streifenwagen gesetzt, nach Hause gefahren und der einzigen Frau übergeben, die ihn bedingungslos für alle Zeiten lieben wird: seiner Mutter.


