NiederbayernPanne bei Rückbau in stillgelegtem Kraftwerk Isar 2

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Das Atomkraftwerk Isar 2 ist abgeschaltet.
Das Atomkraftwerk Isar 2 ist abgeschaltet. Peter Kneffel/DPA
  • Beim Rückbau des stillgelegten Atomkraftwerks Isar 2 in Niederbayern ist ein 800 Kilogramm schweres Metallteil in das Wasserbecken gefallen und hat die innere Auskleidung beschädigt.
  • Durch den Riss sind wenige Kubikmeter leicht radioaktiven Wassers in den Zwischenraum gelaufen.
  • Die Baustelle ruht seit dem Vorfall vom vergangenen Donnerstag in Teilen – möglicherweise bis Weihnachten.
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Der Rückbau des 2023 abgeschalteten Atomkraftwerks Isar 2 in Niederbayern ist nach einem Schaden vorübergehend gestoppt worden – zumindest teilweise.

Seit eineinhalb Jahren befindet sich das stillgelegte Kernkraftwerk Isar 2 in Niederaichbach (Landkreis Landshut) im Rückbau. Momentan ruht die Baustelle allerdings in Teilen. Der Grund dafür ist nach Betreiberangaben ein sogenanntes meldepflichtiges Ereignis.

Bei dem Vorfall am Donnerstag habe ein herabfallendes Metallteil einen Schaden verursacht, sagte Kraftwerksleiter Carsten Müller. Die Aufarbeitung laufe. Erst danach könne der Rückbau in vollem Umfang fortgesetzt werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist bei dem Zwischenfall passiert?

Müller zufolge fiel bei der unter Wasser stattfindenden Zerlegung der Einbauten im Reaktordruckbehälter ein etwa 800 Kilogramm schweres Metallstück in das Becken. Das Metallteil habe die innere Auskleidung des doppelwandigen Beckens beschädigt. Durch den Riss seien „wenige Kubikmeter Wasser“ in den Zwischenraum zwischen der inneren und äußeren Beckenwand gelaufen.

Das Leck sei abgedichtet und das Wasser über die Gebäudeentwässerung aufgefangen worden. „Hier fließt kein schmutziges Wasser in die Isar“, so Müller. Auswirkungen auf die Umgebung und die Umwelt habe der Vorfall insofern nicht gehabt. Das Wasser sei lediglich in sehr geringem Maß radioaktiv, so Müller. „Unbedeutend.“ Zudem sei kein Mitarbeiter verletzt worden.

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Welche Kategorien meldepflichtiger Ereignisse gibt es?

Von den drei Meldestufen fiel dieses Ereignis den Angaben nach in die Kategorie „normal“. Das bedeutet, dass der Vorfall binnen fünf Tagen der Atomaufsichtsbehörde gemeldet werden muss. In der Kategorie „eilt“ muss ein Vorfall innerhalb von 24 Stunden und in der Kategorie „sofort“ muss er umgehend gemeldet werden. Da müsse man sofort zum Telefonhörer greifen, sagte Müller. An den bundesweit sieben Standorten von Preussen-Elektra ist der Vorfall das insgesamt sechste meldepflichtige Ereignis in diesem Jahr.

Welche Folgen hat die Panne?

Die Rückbauarbeiten in dem Teilbereich sind unterbrochen. Wie lange die Baustelle still stehe, lasse sich schwer einschätzen, sagte der Kraftwerksleiter. „Vielleicht bis Weihnachten.“ Die Aufarbeitung laufe nach dem Motto: Vorkehrung gegen Wiederholung. Inwieweit sich der Vorfall auf das Enddatum des Rückbaus auswirken wird, ist Müller zufolge ebenfalls unklar. Bisher ist geplant, dass die Arbeiten am Kraftwerkskomplex im Februar 2040 beendet sein sollen.

Wie ist der Stand bei Isar 1 und Isar 2?

Block 1 des Kernkraftwerkes Isar in Niederbayern wurde 1979 in Betrieb genommen, Block 2 folgte 1988. Im Zuge des deutschen Atomausstiegs wurde der Meiler Isar 1 im März 2011 zusammen mit bundesweit sieben weiteren Kernkraftwerken abgeschaltet. Er befindet sich seit 2017 im Rückbau. Das Kernkraftwerk Isar 2 ging als eines der letzten drei noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland in der Nacht zum 16. April 2023 vom Netz. Damit war der deutsche Atomausstieg vollzogen. Der Rückbau von Isar 2 begann etwa ein Jahr später.

In der Folge gab es immer wieder Diskussionen um eine Wiederinbetriebnahme. Der Betreiber Preussen-Elektra betonte stets, dass dies nicht möglich sei. Geschäftsführer Guido Knott sagte am Dienstagabend, er wolle einmal mehr betonen, „dass die Messe endgültig gelesen ist“.

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