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Landrat Adam:"Sex im Amtszimmer ist eine moralische Verfehlung"

Regener Landrat Michael Adam

Die Affäre belastet Michael Adam sichtlich. Auf einer Pressekonferenz gab er weitere Fälle zu.

(Foto: dpa)

Der Druck ist immer größer geworden, so groß, dass Michael Adam sich zu einer Erklärung genötigt sieht. Der Regener Landrat gibt mit Tränen in den Augen zu, öfter als bisher bekannt in seinen Amtsräumen Männer empfangen zu haben, spricht von eigenen Verfehlungen, aber auch von einer Medienkampagne.

Angeschlagen wirkt Michael Adam. Die vergangenen Wochen haben ihn sichtlich mitgenommen. Der Regener Landrat ist in einer Sexaffäre unter Druck geraten. Jetzt will er reinen Tisch machen. Über 30 Medienvertreter sind zu der Pressekonferenz gekommen, zu der Adam geladen hat.

In seiner Zeit als Landrat habe er mit drei Männern Sex in Amtsräumen gehabt, sagt Adam. Zudem räumt er weitere Fälle mit drei Männern im Rathaus von Bodenmais ein. Dort war Adam zuvor Bürgermeister.

"Sex im Amtszimmer ist eine klare moralische Verfehlung. Rechtlich ist daran aber nichts zu beanstanden", sagt Adam. Und entschuldigt sich bei seiner Familie und seinem Partner. Mit Tränen in den Augen. Im vergangenen Jahr war Adam eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. "Mein Partner ist seit 14 Tagen krank. Die ganze Familie leidet unter der Situation."

Einen Rücktritt oder eine vorzeitige Landratswahl lehnt der 28-Jährige ab. In seiner Amtsführung habe er sich nichts zuschulden kommen lassen. Ihm sei aber klar, dass das Image des "Sex-Landrates", das ihm nun anhaftet, die Region schwer belastet. "Das werde ich aber aushalten."

Der Regierungspräsident von Niederbayern, Heinz Grunwald, habe in einem persönlichen Gespräch seine Missbilligung ausgesprochen. Dies sei aber keine Abmahnung, betonte Landratsamtssprecher Heiko Langer.

In der Sexaffäre sieht Adam eine "Medienkampagne", er wolle sich aber nicht in eine Opferrolle rücken. "Wer Sex im Amtszimmer hatte und Arzneimittel dabei konsumiert hat, muss sich der Öffentlichkeit stellen." Er habe sich zu wenig Gedanken darum gemacht und sei wenig taktvoll gewesen.

"Aber ein Hundskerl ist er schon!"

Für die Zukunft schloss er weitere Verfehlungen aus. "Ich werde auch keine Äußerungen mehr tätigen, die nicht das Landratsamt betreffen", sagte er.

Dem 20-Jährigen, mit dem er Sex in seiner Amtsstube hatte und der die Affäre ins Rollen gebracht hatte, werfe er nichts vor, betonte Adam. Auch eine von politischen Gegnern lancierte Kampagne schloss er aus. "Der junge Mann ist nicht auf mich angesetzt worden."

Ihm sei aber klar, dass er sich durch seine Aktivitäten bei Facebook viele Feinde gemacht habe. Adam hatte in dem sozialen Netzwerk immer wieder den bayerischen SPD-Chef Florian Pronold kritisiert und zugegeben, bei der Bundestagswahl seine Zweitstimme der CSU gegeben zu haben.

Seine Homosexualität habe die Affäre zusätzlich angefacht, meinte Adam. "Wärst du hetero, würden viele Menschen sagen: "Aber ein Hundskerl ist er schon!"", hätten ihm Parteifreunde und auch politische Gegner gesagt.

© Süddeutsche.de/dpa/segi
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