Landesparteitag der AfD in Bayern:"Wer viel arbeitet, macht auch Fehler"

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Zuvor hatten die Mitglieder über die Frage gestritten, ob die AfD zur Landtagswahl antreten soll. Als Gegner und Befürworter ihre Argumente vorbringen, ist die Meinung im Saal noch geteilt - doch als der Bundesvorstand Bernd Lucke seine Bedenken äußert, kippt die Stimmung.

Das Risiko des Scheiterns bei der Landtagswahl sei "nicht ganz unbeträchtlich", sagt Lucke und empfiehlt der Partei die Konzentration auf bundespolitische Kernthemen: Euro, Europa und Demokratie. Wer als AfD-Landtagskandidat "über Milchprämien und Agrarsubventionen redet, lenkt von unseren zentralen Themen ab und verwässert unsere Botschaft."

Luckes Empfehlung ist eine klare Absage an die landespolitischen Ambitionen der bayerischen AfD-Mitglieder - und die Mehrheit des Parteitages stimmt dann auch gegen die Teilnahme an der Landtagswahl.

Um Konflikte zwischen Vorstand und Parteibasis in Zukunft zu vermeiden, schlägt der umjubelte Parteisprecher Lucke vor, eine Schlichtungskommission einzusetzen. Zu den Vorwürfen gegen Schünemann sagt Lucke nur: "Wer viel arbeitet, macht auch Fehler."

Von der anfänglichen Aufbruchstimmung ist am Ende des Ingolstädter Parteitags kaum mehr etwas übrig: Die innerparteilichen Scharmützel waren einfach zu heftig, der Beschluss der Parteisatzung und die Wahlen sind zu chaotisch verlaufen. "Ich habe gedacht, es geht heute ein starkes Signal aus", sagt Franz Eibl, der AfD-Bezirksvorsitzende Oberfranken, "aber jetzt bin ich beschämt, dass es zu einer persönlichen Schlammschlacht gekommen ist. Da hätten wir auch bei anderen Parteien bleiben können."

Bundesvorstand Lucke verabschiedet sich vom Parteitag, indem er dem bayerischen Landesverband "Friedenspflicht" verordnet. Dass er am Ende betont, er sei "außerordentlich froh, dass dieser Parteitag nicht in Streit und Zank und Zorn versunken ist", sorgt bei vielen AfD-Mitgliedern für Stirnrunzeln.

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