Geschichte der Kurfürsten:Als Bayerns Großmannsträume zerplatzten

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Das Gemälde von Franz von Defregger zeigt, wie die legendäre Figur des Schmieds von Kochel mit aufständischen Bauern an Weihnachten 1705 (in der Zeit von Kurfürst Max Emanuel) das Rote Tor im von kaiserlichen Truppen besetzten München stürmt. (Foto: Joachim Blauel/dpa)

Die Epoche der bayerischen Kurfürsten war geprägt von Kriegen und roher Gewalt - aber auch von grandioser Baukunst. Über eine Ära, die an Lebendigkeit, Grausamkeit und triumphaler Pracht kaum zu übertreffen ist.

Von Hans Kratzer, München

In seiner langen Geschichte hat das Land Bayern viele Siege errungen und viele Niederlagen erlitten. Eine Phase mit extremen Höhen und Tiefen war die Epoche der sieben Kurfürsten, die im Dreißigjährigen Krieg begann und im Zeitalter Napoleons endete. Sie dauerte also grob gerechnet von 1600 bis 1815. Diese zwei Jahrhunderte waren geprägt von einer Kaskade von Kriegen, die ganz Europa erschütterten. Bayern schlüpfte in jener Zeit in ganz verschiedene Rollen. Zum einen strebten die Kurfürsten danach, im Konzert der großen europäischen Mächte ganz oben mitzuspielen. Zum anderen zerplatzten die Großmannsträume stets sehr rasch, weshalb sogar der Fortbestand des Landes in Gefahr geriet. Nachdem Bayern in den Spanischen Erbfolgekrieg hineingerissen worden war, stand es kurz davor, komplett zermalmt zu werden. Der Kurfürst Max Emanuel floh ins Exil, und als er zurückkehrte, hätte er sein Stammland beinahe gegen die Niederlande eingetauscht.

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