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Kronach in Oberfranken:Großeinsatz in Schullandheim

In einem Schullandheim in Kronach müssen sich ein paar Schüler übergeben. Plötzlich werden es immer mehr. 100 Sanitäter sind im Einsatz, um die Kinder zu untersuchen und in Krankenhäuser zu bringen. Nun ist klar, was die Ursache der Krankheitswelle war.

In einem Schullandheim in Kronach ist es in der Nacht zum Freitag zu einem Großeinsatz von Rettungskräften gekommen: Mehrere Kinder hatten über Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen geklagt. Im Einsatz waren zeitweise mehr als 100 Sanitäter und zwei Notärzte. De Ursache der Krankheitswelle war zunächst unklar.

Bei fünf von sechs untersuchten Kindern, die derzeit im Klinikum Bayreuth behandelt werden, ist nun das Norovirus nachgewiesen worden. Das teilte Landratsamt Kronach am Feitagnachmittag mit. Mediziner vor Ort hatten diese Ursache zunächst für unwahrscheinlich gehalten.

In dem Haus übernachteten etwa 70 Kinder und sechs Betreuer

Nach Angaben des Landratsamtes Kronach wurden am Freitagmittag noch 25 Schüler im Alter von zehn bis zwölf Jahren in Kliniken versorgt. Andere Kinder seien vor Ort behandelt worden. Auch einige Lehrer und Mitarbeiter des Schullandheims sollen von den Beschwerden betroffen gewesen sein. In dem Haus übernachteten Donnerstagnacht etwa 70 Kinder und sechs Betreuer von drei Schulen aus Berlin und Brandenburg.

Das Rote Kreuz in Kronach berichtete auf seiner Facebook-Seite von 50 erkrankten Kindern und Lehrern. Ein Polizeisprecher widersprach jedoch: Diese Zahl sei zu hoch gegriffen.

Bei den Schülern ist es laut Graf hauptsächlich zu Erbrechen gekommen. Nur wenige hätten über Durchfall geklagt. Die Ärzte hielten den Norovirus deswegen als Ursache zunächst für eher unwahrscheinlich.

Das Norovirus ist sehr leicht übertragbar. Es gehört zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Die Folge sind Übelkeit, Durchfälle und Erbrechen, oft gepaart mit Bauchschmerzen und Mattigkeit. Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden.