Kritik an Piazolo:Gewerkschaft moniert mangelnde Selbstkritik

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wünscht sich mehr Selbstkritik von Kultusminister Michael Piazolo (FW). Dieser hatte den Schulstart zuletzt als "gelungen" und "weitgehend reibungslos" bezeichnet, den viel kritisierten Erstaufschlag bei den Pooltests als "positiv". Worte, über die sich die GEW am Donnerstag erstaunt zeigte. Man habe die Schulleiter mit dem Verfahren bewusst überlastet, so die Kritik. Für das Eigenlob des Ministers habe man kein Verständnis. "Ein Stopp wäre jetzt das einzig Sinnvolle", sagt Florian Kohl, stellvertretender GEW-Vorsitzender.

Die Einführung des neuen Testverfahrens an den Grund- und Förderschulen war mehrfach verschoben worden. In der ersten Schulwoche sollte es dann plötzlich schnell gehen: Schulleiter hatten drei Tage Zeit. "Wahnsinn", monierte nicht nur die GEW: In der ersten Schulwoche gebe es schließlich besonders viele Aufgaben. In der Folge deklarierte das Kultusministerium die erste Woche zur Testwoche um. Doch so richtig laufen wollte es trotzdem nicht: Wegen technischer Probleme konnten die Schulleiter die Daten der Schüler erst am vergangenen Freitag hochladen. Manche schlugen sich das Wochenende um die Ohren, um das neue Testsystem zur zweiten Schulwoche einzuführen.

Piazolo vergaß denn auch nicht, ihre Leistung nach der Kabinettssitzung am Dienstag zu loben. Es sei eine "große Leistung der Schulen vor Ort", die Einführung zu bewältigen, so Piazolo. Die Pooltests bestehen aus 15 Einzelschritten: Lehrerinnen und Lehrer müssen die Barcodes auf das Sammelröhrchen kleben, die Testungen in ein digitales System eintragen. Dieses war zuletzt zwischenzeitlich zusammengebrochen, wie am Donnerstag zu hören war. Manche Schulen haben die Einführung deshalb in den Oktober verschoben. Ungetestet bleiben die Schüler trotzdem nicht: Vor Ort lagern noch genügend Schnelltests, ist von den Schulen zu hören.

© SZ vom 24.09.2021 / vfs
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