Kinderbetreuung in BayernIm Freistaat fehlen knapp 46 000 Krippenplätze

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In Bayern fehlen knapp 46 000 Krippenplätze. Und das, obwohl in der Altersgruppe bis drei Jahre in Bayern noch verhältnismäßig viele Kinder zu Hause betreut werden.
In Bayern fehlen knapp 46 000 Krippenplätze. Und das, obwohl in der Altersgruppe bis drei Jahre in Bayern noch verhältnismäßig viele Kinder zu Hause betreut werden. (Foto: Inga Kjer/dpa)
  • In Bayern fehlen einer Studie zufolge knapp 46 000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren.
  • Das betrifft 12,8 Prozent aller Kleinkinder mit Betreuungsbedarf, obwohl nur ein Drittel aller unter Dreijährigen betreut wird.
  • Der Betreuungsbedarf steigt: 46,6 Prozent der Eltern wünschen sich 2024 einen Krippenplatz, 3,5 Prozentpunkte mehr als 2019.
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Betreuungsplätze für unter Dreijährige sind in Bayern Mangelware: Fast jede achte Familie mit Betreuungsbedarf steht nur auf der Warteliste.

In Bayern fehlen einer Studie zufolge knapp 46 000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren. Das betrifft 12,8 Prozent aller Kleinkinder mit Betreuungsbedarf, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Berlin mitteilte. Demnach werden heuer rund ein Drittel aller unter Dreijährigen im Freistaat in einer Kita betreut.

Damit hat es innerhalb der vergangenen fünf Jahre eine Verbesserung gegeben: 2020 waren in Bayern noch 50 000 unter Dreijährige beziehungsweise ein Anteil von 13,1 Prozent der Familien mit entsprechenden Wünschen ohne Betreuungsplatz. Der Anteil der betreuten Kinder in der Altersgruppe unter drei Jahren stieg zugleich von 30 auf 33,8 Prozent.

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Die Entwicklung liegt aber auch an einem starken Rückgang der Geburten, wie das IW erläuterte: Zwischen 2019 und 2024 ging die Zahl der Kinder unter drei Jahren im Freistaat um 6,1 Prozent zurück.

Während weniger Kinder geboren wurden, wünscht sich zugleich ein höherer Anteil der bayerischen Eltern einen Betreuungsplatz für ihre Kleinen: 46,6 Prozent der Eltern wollten 2024 ihr Kind im Alter von unter drei Jahren in einer Kita betreuen lassen. Dies sind 3,5 Prozentpunkte mehr als noch 2019.

Und die Bedarfe dürften besonders in Bayern und Baden-Württemberg noch deutlich zunehmen, betonten die Forscher. Denn dies seien die einzigen Bundesländer, in denen sich derzeit noch weniger als die Hälfte der Eltern eine institutionelle Betreuung für ihre Kleinkinder wünsche. „Dies könnte mit vergleichsweise hohen und nicht nach Einkommen gestaffelten Gebührenfür die Betreuung in Zusammenhang stehen“, hieß es.

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Insgesamt wünschen sich bayerische Eltern in diesem Jahr für knapp 167 000 Kinder zwischen null und drei Jahren einen Betreuungsplatz. Rund 121 000 Kinder dieser Altersgruppe werden davon bereits institutionell betreut.

Die Studie betrachtet auch das Alter der betreuten Kinder. Demnach sind in Bayern 1,6 Prozent der Säuglinge unter einem Jahr in einer Krippe oder Kita. Bei den Einjährigen sind es 34,8 Prozent und bei den Zweijährigen 62,2 Prozent.

Ein ausreichendes Angebot an Kita-Plätzen ist nicht nur für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig, sondern wird von Bildungsforschern auch mit Blick auf die frühkindliche Förderung und Chancengleichheit gefordert. IW-Experte Wido Geis-Thöne betonte: „Gerade für Kinder aus bildungsfernen Haushalten ist der Besuch einer Kita entscheidend für den weiteren Bildungsweg.“

Regional gibt es der Studie zufolge sehr deutliche Unterschiede

Deutschlandweit wünschen sich Eltern der Studie zufolge für insgesamt 1,1 Millionen Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz, rund 800 000 Kinder haben einen. Dabei gibt es regional große Unterschiede: In Westdeutschland haben laut Studie 15,6 Prozent der Kinder unter drei mit Bedarf keinen Platz. Im Osten sind es mit 7,3 Prozent nicht einmal halb so viele. Dies liegt nicht nur an dem traditionell großen Angebot, sondern auch an einem massiven Geburtenrückgang.

In die Berechnung des arbeitgebernahen Instituts war eine repräsentative Befragung der Regierung zu den Betreuungswünschen eingeflossen. Das IW verwendete zudem Betreuungs- und Gesamtdaten des Statistischen Bundesamts zu Kindern und setzte den laut Eltern-Angaben gewünschten Betreuungsbedarf mit der Zahl der betreuten Kinder ins Verhältnis.

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