Prozess in Augsburg Paar finanziert Luxusleben mit Spenden für krebskranke Kinder

Vor dem Amtsgericht in Augsburg wurde der Untreue-Prozess verhandelt.

(Foto: dpa)

Wegen der Veruntreuung von nahezu 130 000 Euro sind eine 50-Jährige und ihr 39 Jahre alter Mann zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden.

Das Spendengeld sollte krebskranken Kindern und ihren Eltern helfen, tatsächlich machte sich ein Ehepaar damit ein schönes Leben. Wegen der Veruntreuung von nahezu 130 000 Euro sind eine 50-Jährige und ihr 39 Jahre alter, getrennt lebender Mann am Donnerstag vom Amtsgericht Augsburg zu 22 und 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem müssen beide den Schaden wiedergutmachen und zusätzlich für Kinderkrebsorganisationen jeweils 40 000 Euro zahlen.

In der Anklage war dem Paar auch noch Spendenbetrug vorgeworfen worden. Sie sollen von Anfang an die Spender getäuscht haben. In etwa zwei Jahren sollen so rund 167 000 Euro für kranke Kinder gesammelt worden sein, aber nur 15 000 Euro davon kamen wirklich bei Projekten an.

Um das komplexe Verfahren zu vereinfachen, hatte Richter Thomas Müller-Froelich mit der Staatsanwältin und den Verteidigern hinter verschlossenen Türen verhandelt. Letztlich legten die Angeklagten, die zunächst geschwiegen hatten, ein Geständnis zum Vorwurf der Untreue ab, dafür wurde der schwer nachzuweisende Betrugsvorwurf fallen gelassen.

Die Staatsanwältin rechtfertigte in ihrem Plädoyer, dass die Angeklagten nicht ins Gefängnis müssen. Den kranken Kindern sei mehr geholfen, wenn sie ordentliche Summen zahlen müssten. Verwerflich fand die Anklägerin, dass nun auch andere Spendenempfänger Probleme bekommen könnten. "Sicherlich denken jetzt manche Leute, jetzt spende ich nicht mehr." Der Amtsrichter sah dies ebenso. Er empfahl spendenwilligen Menschen, sich vor einer Überweisung über den Empfänger zu informieren, um schwarze Schafe von seriösen Vereinen zu unterscheiden.