ruachad

Der aus Niederbayern stammende Künstler Michael Sailstorfer hat einen Goldrausch ausgelöst. An einem Strand in Südengland hat er im Dunkel der Nacht 30 Goldbarren vergraben. Sailstorfer handelte im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, denn das Ganze war eine Kunstaktion. Den Schatzsuchern ist es freilich wurscht, ob das Kunst oder Spinnerei ist. Mit Metalldetektoren suchen sie nun hektisch den Strand ab. Das Bairische kennt für diesen Trieb die Wörter Ruach, ruacheln und ruachert. Ein Ruach ist ein habgieriger Mensch, der alles zusammenrafft, was leicht hergeht. Am Buffet ist der Ruach schnell zu erkennen, denn er schaufelt mehr auf seinen Teller, als sein Magen aufnehmen kann. Auch Sailstorfers Kunstaktion belegt: Auf der Jagd nach Gold wird der Mensch ruachad, er ruachelt.

Allerdings hat Sailstorfer auch wertlose Metallplättchen vergraben. Schließlich muss man den Ruach auch ein bisserl tratzen. Das ist wahre Kunst, ist es nicht?

Bild: dpa 20. Oktober 2014, 15:232014-10-20 15:23:49 © SZ.de//ahem