Kratzers WortschatzEin lackes Bier findet in Bayern nicht viele Freunde

Abgestandenes Gebräu lässt sich höchstens noch zum Sonderpreis verkaufen - schlimmer ist es nur, wenn das Bier falsch gebraut wurde und allenfalls zum Schäsnlack taugt.

lack

In der vom Bayerischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung "Vereinsheim Schwabing" übersetzt der Schankkellner Björn Puscha regelmäßig einen deutschen Satz ins Lateinische. Vor Kurzem kam folgende Sentenz zur Sprache: "Frauen und Suppen soll man nie warten lassen, sonst werden sie kalt!" Constanze Lindner, die Moderatorin, sagte einleitend, der Satz sei von Shakespeare, worauf Puscha entgegnete: "Wir sollten William Shakespeare auch auf Lateinisch übersetzen - Wilhelminus." Dann zapfte er ein Bier, schüttelte es (shakes beer) und sagte: "Und wer sich scho immer moi gefragt hat, warum des englische Bier so lack schmeckt, der woaß, dass William Shakespeare dafür verantwortlich ist."

Das Adjektiv lack (hell gesprochenes a) ist also noch gebrauchsfähig. Wenn ein Bier lack schmeckt, dann ist es abgestanden und fad. Es wurde zu fest geschüttelt, stand zu lange herum oder war zu wenig gekühlt. Laut der alten Sprachfibel von Ilmberger nannte man einst das oft zu dunkel geratene Bier der Landbrauereien einen Schäsnlack. Dies bezog sich auf den schwarzen Lack, der für das Kutschendach (Chaisendach) verwendet wurde. Der Liedermacher Kurt Schwarzbauer textete folgende Zeile: "I brauch a Sonne und an frischen Wind hint nei ins Gnack, sonst wird ma's Bluad schee langsam lack."

Bild: Luke MacGregor/Reuters 24. September 2018, 14:452018-09-24 14:45:38 © SZ vom 27.08.2018/vewo