Krankheiten - München:Immer mehr Impfungen: 2G-Regeln steigern Bereitschaft

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Bayern
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration (Foto: dpa)

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München (dpa/lby) - Die Zahl der wöchentlichen Impfungen in Bayern ist Anfang Dezember auf fast eine Million gestiegen. Zwischen 29. November und 5. Dezember seien im Freistaat 971 300 Dosen gegen Corona verabreicht worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. In der Woche zuvor waren es noch rund 793 000 gewesen, Anfang November nur knapp 180 000. Allein am Dienstag wurden den Angaben zufolge fast 169 000 Menschen in Bayern gegen Corona geimpft.

"Bayerns Impfkampagne ist wieder auf hohem Niveau", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in München. Binnen zwei Wochen seien die Zahlen fast verdoppelt worden. "Aber klar ist auch: Wir dürfen jetzt nicht nachlassen und müssen in diesem hohem Tempo weiterimpfen", sagte Holetschek.

Einer Studie des Münchner Ifo-Instituts zufolge tragen zu der erhöhten Impfbereitschaft auch die 2G-Regeln bei. Ein Vergleich der Erstimpfungen in Landkreisen und Bezirken an der deutsch-österreichischen Grenze von Anfang Oktober bis Anfang Dezember habe gezeigt, dass die frühere Ankündigung und Umsetzung von 2G-Regeln in Österreich dort zu einem schnelleren Anstieg der Zahlen führte als auf deutscher Seite.

Die Ankündigung eines allgemeinen Lockdowns in Österreich, der am 22. November begann, habe diesen Trend etwas abgeschwächt, sagte der Co-Autor der Studie, Volkswirtschafts-Professor Hannes Winner. "Gezielte Einschränkungen für Impfverweigerer scheinen daher die Impfbereitschaft stärker zu erhöhen als ein Lockdown für alle."

Allerdings seien ab Mitte November auch in Deutschland Maßnahmen wie 2G-Regeln, Lockdowns für Ungeimpfte und eine Impfpflicht diskutiert und zum Teil umgesetzt worden. Dies habe die Unterschiede bei Erstimpfungen zwischen den beiden Ländern ebenfalls abgeschwächt.

Nach der Einführung weitreichender 2G-Regeln in Bayern ist aber zuletzt ausgerechnet die Zahl der Erstimpfungen nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Wochenvergleich erstmals seit Anfang November wieder gesunken - von rund 109 000 auf etwa 100 000. Am Dienstag ließen sich demnach rund 13 000 Menschen in Bayern zum ersten Mal impfen, eine Woche zuvor waren es fast 17 000 gewesen.

Eine Ministeriumssprecherin sagte auf Anfrage: "Ob es sich hier um einen dauerhaften oder nur um einen vorübergehenden Rückgang handelt, kann aktuell noch nicht beurteilt werden." Die Kapazitäten seien aber, insbesondere personell, weiterhin begrenzt. Zudem sei die Biontech-Impfstoffmenge sowohl für Impfzentren als auch für Praxen und Betriebsärzte begrenzt. Das habe dazu geführt, dass terminierte Impfungen verschoben werden mussten.

© dpa-infocom, dpa:211208-99-305322/4

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