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Korruptionsaffäre in Regensburg:Wolbergs lässt Parteiämter ruhen

Geld für Regensburger SPD könnte über Strohmänner geflossen sein

Für seinen Erfolg riskierte Joachim Wolbergs ein Vermögen: Auf einem Privatkredit an die Partei wird er wahrscheinlich sitzen bleiben.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Das gab er bei einer Vorstandssitzung des SPD-Unterbezirks in Regensburg bekannt. An seinem Amt als Oberbürgermeister, das er zurzeit nicht ausüben darf, will Wolbergs aber offenbar festhalten.

Der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) lässt nun doch seine Parteiämter ruhen. Das bestätigte der SPD-Kreisvorsitzende Rainer Hummel am späten Montagabend nach einer Vorstandssitzung des SPD-Unterbezirks.

An dem Treffen hatte auch Wolbergs selbst teilgenommen, er verließ die Sitzung aber bereits nach einer Viertelstunde wieder. Zuvor hatte er hinter verschlossenen Türen eine Erklärung verlesen und mitgeteilt, dass er seine Ämter im SPD-Landesvorstand, als stellvertretender Bezirksvorsitzender und als Unterbezirkschef vorerst nicht mehr ausüben werde. An seinem Amt als Oberbürgermeister, das er zurzeit nicht ausüben darf, will Wolbergs aber offenbar festhalten.

Bei seinem Auftritt habe der OB erneut "bekräftigt, dass er sich für unschuldig hält", sagte Hummel, der noch eine Woche zuvor gesagt hatte, an Wolbergs festhalten zu wollen.

Sowohl der SPD-Landesverband als auch die Regensburger Stadt-SPD waren dagegen endgültig von Wolbergs abgerückt, nachdem dieser nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft wieder an Parteiveranstaltungen teilgenommen hatte. Seit einem Dreivierteljahr ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 46-Jährigen wegen des dringenden Tatverdachts der Bestechlichkeit.

© SZ vom 28.03.2017/infu

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