Kornkreise in Raisting Der Techniker

Kein Problem, sagt Christoph Götz. Er muss es wissen, er ist in einem Verband beschäftigt, in dem Landmaschinenhersteller organisiert sind. Mit einer normalen Walze ließen sich die Kreise in den Boden eingravieren, sagt er. Kleine mit einer Handwalze, wie man sie für den Garten kennt; große Kreise mit einer, die an einem Traktor angehängt wird. Die Landwirte machen ähnliche Aktionen sogar selbst, "wenn sie zum Beispiel Werbebotschaften konstruieren wollen", sagt Götz. Um Spuren zu verheimlichen, könnte man auf schon vorhandenen Rinnen ins Zentrum des Kornkreises gelangen. Die Reifenabdrücke dort würden durch die Walze und die umgemähten Halme verdeckt. Würde man aber unter die Halme blicken, könnte man vereinzelte Abdrucke sehen, sagt Götz. "Überhaupt hat man immer wieder solche Spuren gefunden. Die werden aber nur von Fachkundigen erkannt." Zeitlich sei das in einer Nacht zu schaffen - vorausgesetzt, man kenne sich aus. Goetz glaubt: Oft sind die Landwirte selbst die Urheber.

Das Medium

Alles Unsinn - für Michael Asentorfer. Die Verursacher kommen seiner Meinung nach nicht vom nächsten Hof, sondern von weit her. Im Raistinger Fall von den Plejaden, 2012 im nahen Andechs waren es noch Sirianer, wohnhaft auch irgendwo im All. Die geometrischen Figuren in Raisting sind für ihn deutlich lesbar: Es handelt sich um eine 20 Sätze umfassende Liebesbotschaft, seit Tagen campt er direkt neben ihr mit seinen fünf Kindern und seinem Hund. Er hätte aber nicht sofort kommen müssen: Für Empfangsbereite wie ihn bleiben die Botschaften ein galaktisches Zeitalter lang, also 64 000 Jahre, erhalten, sagt Asentorfer. Am Montag hat er im Weizenfeld via Channeling Kontakt aufgenommen - mit den Plejaden.

Der Forscher

Alle haben recht - und doch auch wieder nicht. Sagt der Kornkreis-Forscher Andreas Müller. Seit 22 Jahren untersucht er Formationen in Getreidefeldern, sein Schluss ist eindeutig zweideutig: Es gibt sowohl von Menschen in mühsamer Handarbeit "gefälschte" Kornkreise, aber auch ein "echtes" Phänomen. Über die Fälscher will Müller nicht viel sagen, er hat selbst bei seinen Erkundungsreisen schon welche erwischt, mit Seilen und Brettern ausgestattet. Doch es gebe auch Hinweise und Indizien, dass Kornkreise ohne menschliche Hilfe entstanden seien. Veränderte kristalline Strukturen im Boden. Spezielle Schäden an den Wachstumsknoten von Pflanzen. Kornkreise, die in unmöglich kurzer Zeit entstanden seien. Außerirdische Künstler sind seine Sache nicht, Wetter-Phänomene sind ihm als Erklärung zu dünn. Es müsse sich "um ein Naturphänomen handeln, das wir nicht erklären können", sagt Müller. Mit einem Satz: Er kann es nicht erklären. Das Rätsel bleibt ungelöst.