Kontakt mit damaligen Mittätern? Ermittlungen gegen Neonazi Wiese

Nach seiner Haftentlassung durfte Neonazi Martin Wiese keinen Kontakt mehr zu seinen damaligen Mittätern haben. Doch dann wurde er bei einer Demo von Rechtsradikalen gesehen.

Von Frederik Obermaier

Nachdem der Neonazi Martin Wiese wiederholt bei Aufmärschen von Rechtsextremen gesehen wurde, ermittelt nun die Polizei gegen den verurteilten Straftäter. Nach Informationen der SZ untersucht das Polizeipräsidium München derzeit, ob der 35-Jährige gegen sein Kontaktverbot zu Rechtsradikalen verstoßen hat.

Wiese wurde 2005 zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er einen Anschlag auf das Jüdische Zentrum in München geplant hatte. Seit seiner Freilassung im August 2010 ist es ihm verboten, Kontakt zu drei seiner damaligen Mittätern aufzunehmen. Zeugen hatten Wiese jedoch am Ostermontag bei einer Neonazi-Demo zusammen mit ihnen gesehen. Ihm drohen nun bis zu drei Jahre Haft.

"Bis jetzt liegen allerdings noch nicht alle Unterlagen vor, um sich ein abschließendes Bild davon zu machen, ob eine Straftat vorliegt", sagte eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft.