Kommunikation mit Schülerinnen:Wegen Facebook: Lehrer suspendiert

Er kommunizierte mit seinen Schülerinnen über Facebook, jetzt ist er seinen Job los: Ein Lehrer aus Passau wurde vom Dienst suspendiert, weil die Diözese sein Netzverhalten anstößig fand. Dabei seien die Nachrichten "weder obszön, noch sexistisch" gewesen.

Wolfgang Wittl

In Passau ist ein Lehrer vorläufig vom Dienst suspendiert worden, der über Facebook außerschulische Kontakte zu Schülerinnen pflegte. Der Inhalt der Kommunikation sei "weder obszön noch sexistisch noch unter der Gürtellinie" gewesen, teilte Rudolf Nerl, der Leiter der kirchlichen Giselaschulen, mit.

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Nicht erwünscht: Facebook-Kontakt zwischen Lehrer und Schülerinnen.

(Foto: Getty Images)

Dennoch hielt es die Diözese Passau als Träger der Einrichtung für geboten, den Vorfall der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorzulegen. Bischof Wilhelm Schraml soll sich persönlich dafür ausgesprochen haben, um alle Zweifel aus der Welt zu schaffen.

Über Facebook hatte der Lehrer in seiner Freizeit auf eine Art mit mehreren Schülerinnen kommuniziert, die Außenstehende offenbar als anstößig empfanden. Nachdem der Schulleitung Auszüge der Unterhaltung zugespielt worden waren, habe sich der Pädagoge, der als engagiert und angesehen beschrieben wird, kooperativ verhalten und den kompletten Dialog vorgelegt.

Die vorläufige Suspendierung erfolgte Ende April. Bereits Anfang des Jahres war in Passau ein Lehrer aus dem Dienst entfernt worden, auf dessen Privat-PC kinderpornografisches Material gefunden worden war. Der Mann unterrichtete am benachbarten Gymnasium Leopoldinum.

© SZ vom 10.05.2012/wib
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