Kommunalwahlen in BayernDie einzige im Freistaat: Landsberg bekommt eine grüne Landrätin

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Die 37-jährige Daniela Groß übernimmt in Landsberg am Lech das Landratsamt - der einzige grüne Landratsposten in Bayern.
Die 37-jährige Daniela Groß übernimmt in Landsberg am Lech das Landratsamt - der einzige grüne Landratsposten in Bayern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Daniela Groß (Grüne) gewinnt die Stichwahl um das Landratsamt Landsberg am Lech mit 61,5 Prozent gegen CSU-Amtsinhaber Thomas Eichinger.
  • In Rosenheim verliert die CSU das Rathaus, SPD-Kandidat Abuzar Erdogan setzt sich in der Stichwahl mit 53,4 Prozent gegen Amtsinhaber Andreas März durch.
  • In Neuburg an der Donau gewinnt der Grüne Gerhard Schoder die OB-Stichwahl mit 58,8 Prozent gegen den CSU-Kandidaten Matthias Enghuber.
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Daniela Groß setzt sich in der Stichwahl deutlich gegen den CSU-Amtsinhaber Thomas Eichinger durch. Es bleibt nicht die einzige Überraschung in Oberbayern.

Von Alexander Kappen, Matthias Köpf und Florian Zick, Rosenheim

Das Landratsamt in Landsberg am Lech wird in den nächsten sechs Jahren grün regiert – als einziges in Bayern. Daniela Groß holte in der Stichwahl 61,5 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen den Amtsinhaber Thomas Eichinger (CSU) durch, was zumindest in dieser Deutlichkeit doch überraschend war. Schließlich hatte Eichinger nach dem ersten Wahlgang noch knapp vorne gelegen. Zudem kamen in der Stichwahl vor allem die Stimmen zur Neuverteilung, die in der ersten Runde an die Kandidaten von AfD und Bayernpartei gegangen waren.

Zum Verhängnis wurde Eichinger am Ende wohl vor allem die Debatte um ein neues Landratsamt. Der scheidende Amtsträger hatte sich vehement für einen neuen Behördenbau auf der grünen Wiese am Landsberger Stadtrand eingesetzt. Pläne, die letztlich mit einem Bürgerentscheid gekippt wurden.

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So muss sich der Markt Türkheim nun aber nach einer neuen Leitung für sein Ordnungsamt umschauen. In der Gemeinde im Unterallgäu arbeitet Groß derzeit noch. Die 37-Jährige ist Verwaltungswirtin, kennt als Landsberger Stadt- und Kreisrätin die öffentliche Verwaltung aber auch von der anderen Seite her – was ihr im Wahlkampf letztlich wohl auch die Unterstützung von vielen Mandatsträgern eingebracht hat, die man eigentlich eher dem konservativen Spektrum zuordnen würde.

Eine Überraschung gab es auch in Rosenheim, eigentlich eine Bastion der CSU. Doch nun haben die Christsozialen das Rathaus in der 65 000-Einwohner-Stadt verloren. Der amtierende Oberbürgermeister Andreas März musste sich einer Stichwahl gegen seinen Herausforderer Abuzar Erdogan von der SPD stellen. Und schon früh am Wahlabend deutete sich an, dass März in seiner zweiten Stichwahl – und der zweiten überhaupt in der Rosenheimer Nachkriegsgeschichte  – deutlich unterliegen würde.

Nach Auszählung aller Stimmbezirke stand März bei 46,6 Prozent, Erdogan bei 53,4 Prozent. März' CSU und Erdogans SPD hatten in den vergangenen sechs Jahren eng miteinander zusammengearbeitet und werden das angesichts der Sitzverhältnisse im Stadtrat wohl auch in Zukunft tun müssen. Im ersten Wahlgang hatte es März immerhin noch auf 39,1 Prozent, gebracht, Erdogan auf 26,6 Prozent.

Bei der OB-Stichwahl in Neuburg an der Donau, wo Amtsinhaber Bernhard Gmehling (CSU) nicht mehr antrat, triumphierte zudem auch ein Grüner. Gerhard Schoder – zugleich Kandidat der SPD –setzte sich mit 58,8 Prozent gegen den CSU-Kandidaten Matthias Enghuber (41,2 Prozent) durch.

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