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Wallgau:Gemeinderatskandidat manipuliert Stimmzettel

Wahl Kreuz

Ein Wahlhelfer in Wallgau vergab mehrfach Stimmen an sich selbst.

(Foto: dpa)
  • Ein Kandidat für den Gemeinderat in Wallgau nutzte seine Tätigkeit als Wahlhelfer aus, um sich selbst ein paar zusätzliche Stimmen zu vergeben.
  • Die Kriminalpolizei Weilheim ermittelt jetzt wegen Wahlfälschung.
  • Auch in Wessobrunn kam es bei der Kommunalwahl zu Unstimmigkeiten: Ein Vermieter soll die Unterschriften von zehn polnischen Arbeitern gefälscht haben.

Die "Jungen Mitarbeiter" sind seit 1972 als eigene Liste im Gemeinderat von Wallgau im oberen Isartal vertreten und werden ihrem Namen nicht mehr immer gerecht. Zur Kommunalwahl am 15. März zog die Gemeinde aber ein tatsächlich erst 28 Jahre altes Mitglied der Gruppe kurzfristig als Mitarbeiter hinzu, weil ein Wahlhelfer ausfiel. Der Mann, der selbst für den Gemeinderat kandidierte, nutzte offenbar die Gelegenheit, sich beim Auszählen ein paar zusätzliche Stimmen auf ein gutes Dutzend Stimmzettel zu schreiben. Allerdings wurde er auf frischer Tat ertappt, jetzt ermittelt die Kriminalpolizei Weilheim wegen Wahlfälschung.

Auf legale Weise hat es der Mann mit seinen 236 Stimmen nicht in den Rat geschafft, aber da hätten ihm auch die eigenhändig manipulierten Stimmzettel nichts geholfen. Welche Zettel das genau waren, habe sich ermitteln lassen, weil er zum Fälschen einen anderen Stift benutzt habe, heißt es aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Das Wahlergebnis wurde entsprechend korrigiert. Der mutmaßliche Wahlfälscher selbst ist auch der Lokalzeitung gegenüber geständig: Es habe "eine kleine Unstimmigkeit gegeben", sagte er dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt.

Eine Unstimmigkeit bei der Kommunalwahl ist laut Staatsanwaltschaft München II auch in Wessobrunn im Landkreis Weilheim-Schongau aufgefallen, und zwar bei den Unterschriften zu den Briefwahlunterlagen von zehn polnischen Arbeitern. Anstelle dieser Arbeiter soll ihr Vermieter mit den gesammelten Unterlagen gewählt haben. Die versuchte Wahlfälschung war schon am 10. März aufgefallen, also vor dem eigentlichen Wahltag. Der Wahlleiter hat die betreffenden Stimmzettel für ungültig erklärt.

© SZ vom 07.04.2020
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