Kommunalwahl 2008 Starnberg (Lkr. Starnberg)

In Starnberg hat sich Amtsinhaber Ferdinand Pfaffinger (UWG) in der zweiten Runde gegen Herausforderer Christian Vell (BLS/WPS) durchgesetzt.

Ergebnis der Stichwahl

Gewählt: Ferdinand Pfaffinger (UWG): 56,35 % Unterlegen: Christian Vell (BLS/WPS): 43,65 %

Wahlergebnis:

UWG: Ferdinand Pfaffinger: 35, 68 % BLS/WPS: Christian Vell: 24,46 %

Nicht durchsetzen konnten sich: CSU: Eva John SPD: Christiane Falk Grüne: Martina Neubauer FDP: Iris Ziebart

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Amtsinhaber Pfaffinger muss gegen Tunnelgegner Vell in die Stichwahl

Dass der Starnberger Wahlkampf in eine Verlängerung geht, war bei sechs Kandidaten zu erwarten, wer die Protagonisten sein werden, nur bedingt. Denn nicht etwa Eva John von der CSU zwingt Rathauschef Ferdinand Pfaffinger (UWG) in die Stichwahl, sondern Christian Vell (BLS/WPS). Pfaffinger erhielt 35,7 Prozent der Stimmen, Vell kam auf 24,5 Prozent.

Aus dem Rennen sind CSU-Kandidatin John (19,7 Prozent), Christiane Falk von der SPD (6,4 Prozent), Grünen-Kandidatin Martina Neubauer (5,2 Prozent) und Iris Ziebart von der FDP (8,6 Prozent). Die Wahlbeteiligung in der Kreisstadt lag bei 58,7 Prozent.

Die meisten Besucher, die am gestrigen Abend wie gebannt auf die Leinwand im Foyer das Starnberger Rathauses blickten, trauten ihren Augen kaum: Langsam aber sicher sahen sie zu, wie Tunnelgegner Vell an Eva John (CSU) vorbeizog, die ebenso langsam und auch sicher von mehr als 30 auf unter 20 Prozent absackte.

Erst nach Auszählung aller Stimmen und lange nach allen anderen Kandidaten ließ sie sich - zuvor über den Ausgang der Wahl per Handy von CSU-Chef Josef Huber informiert - im Starnberger Rathaus blicken und meinte: Beim Protest der Wähler gegen die bisherige Stadtpolitik seien wohl die Frauen auf der Strecke geblieben.

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes so. Denn auch Christiane Falk (SPD) und Martina Neubauer (Grüne) können mit dem Ausgang der Wahl alles andere als zufrieden sein. Neubauer: "Damit habe ich wirklich nicht gerechnet."

Und an die Adresse Vells gerichtet: "Dass jemand, der ein solch unbeschriebenes Blatt ist, mit einem einzigen Thema polarisieren kann, das entsetzt mich schon." Falk meinte: "Jetzt wird es auch in der Stichwahl um Tunnel oder Umfahrung gehen."

Anders ist natürlich die Reaktion von Christian Vell. "Mit diesem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet, schließlich kannte mich bis vor vier Monaten noch keiner." Sein erklärtes Ziel sei die Stichwahl gewesen. Seine Gruppierung, so Vell weiter, habe "die halbe Stadt auf den Kopf gestellt".

Amtsinhaber Pfaffinger hatte damit gerechtet, dass er entweder gegen John oder Vell in die Stichwahl muss. "Da es sechs Kandidaten waren, bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden", sagte er. Und angesichts der Tatsache, dass sein Kontrahent Vell heißt: "Jetzt geht es am 16.März um eine klare Entscheidung."

(SZ vom 03.03.2008)