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Gewinner und Verlierer:Das Trauma der CSU

  • Garmisch-Partenkirchen: Die großen Auftritte und Versprechungen, sie haben nichts gebracht. Das Trauma der CSU in Garmisch-Partenkirchen ist nicht vorbei, ihr Bürgermeister-Kandidat Wolfgang Bauer kommt nicht einmal in die Stichwahl. Er kann den Chefsessel definitiv abschreiben. Das Rennen um den Posten in der Marktgemeinde werden der Ex-CSU-Mann Thomas Schmid vom Christlich Sozialen Bündnis (CSB) und die SPD-Kandidatin Sigrid Meierhofer unter sich ausmachen. Amtsinhaber Schmid kam auf 33,3 Prozent der Stimmen, seine Herausforderin Meierhofer auf 29,3 Prozent. CSU-Mann Bauer muss in 14 Tagen zuschauen. Er kam auf nur 25,4 Prozent.
  • Regensburg: Für Joachim Wolbergs hätte der Abend bitterer kaum sein können. Eine ganze Weile hat es so ausgesehen, als ob der SPD-Mann in Regensburg ohne Stichwahl Oberbürgermeister geworden wäre. Doch je mehr Bezirke ausgezählt wurden, desto klarer wurde: In der Stichwahl geht es gegen den CSU-Spitzenkandidaten und Favoriten des scheidenden OB Hans Schaidinger, Christian Schlegl. Nach Angaben des Wahlleiters fehlten dem SPD-Kandidaten lediglich 21 Stimmen.

KURIOSES

  • Balderschwang: Für die CSU herrschen im Oberallgäuer Ferienort Balderschwang paradiesische Zustände: In der 310-Einwohner-Gemeinde gibt es nur eine Partei: die CSU. Da sind die 78,79 Prozent, die der einzige Bürgermeisterkandidat Konrad Kienle holte, fast schon enttäuschend.
  • Dietramszell: Dass es knapp werden würde zwischen Bürgermeisterin Leni Gröbmaier (BLD) und ihrem Herausforderer Michael Häsch (CSU) war erwartet worden. Was sich am Sonntagabend aber im Rathaus abspielte, war der reinste Wahl-Thriller: Mit nur zwei Stimmen Mehrheit konnte Gröbmaier ihr Amt verteidigen - nachdem Wahlleiter Andreas Haindl bereits zuvor Häsch mit einem Vorsprung von 42 Stimmen als Sieger ausgerufen hatte. Als schließlich die Briefwahlstimmen ausgezählt waren, wendete sich das Blatt. Dietramszell hatte durch den Streit um die Aufhebung von Hitlers Ehrenbürgerschaft bundesweit Aufsehen erregt.
  • Kollnburg: Josefa Schmid, die Sirene vom Arber, singt weiter im Rathaus von Kollnburg im Landkreis Regen. Im ersten Wahlgang holte die FDP-Politikerin 51,97 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen Josef Klimmer (CSU) durch, der auf 48,03 Prozent kam. Im vergangenen Jahr wurde Schmid durch eine Cover-Version eines Rainhard-Fendrich-Songs bekannt, den sie ins Netz stellte -was ihr eine Menge Ärger einbrachte. Vielleicht trällert sie ja in den nächsten Tagen ein Dankeschön-Lied.
  • Puschendorf: Kommunalwahl kurios: Schon im Vorfeld der Wahl blickte der Freistaat mit einem Kopfschütteln nach Puschendorf im Landkreis Fürth. Denn dort gingen zwei Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen - von einer Partei. Nachdem die CSU Bürgermeister Wolfgang Kistner die Gefolgschaft verweigert hatte, gründete er seine eigene Liste "Pro Kistner". Mit dieser holte er 79,3 Prozent der Stimmen und verteidigte so seinen Posten im Rathaus. Die offizielle CSU-Kandidatin Erika Hütten kam auf 20,7 Prozent.
  • Schongau: Das Social Beer Game machte Tobias Kalbitzer auch über die Grenzen von Schongau hinaus bekannt. Auf Facebook hatte sich der 27-Jährige dabei gefilmt, wie er einen halben Liter Bier auf ex austrinkt. Anschließend forderte der Bürgermeisterkandidat der Alternativen Liste seine Kontrahenten auf, es ihm gleichzutun. Bei der Wahl holte er 28,8 Prozent der Stimmen, etwas weniger als SPD-Mann Falk Sluyterman (34,3 Prozent). In zwei Wochen müssen beide in die Stichwahl.
  • Wurmannsquick: Im niederbayerischen Wurmannsquick (Landkreis Rottal-Inn) ging es ganz besonders eng zu. In zwei Wochen wird es in der Marktgemeinde zur Stichwahl kommen, doch hinter welchem Kandidaten die Wähler dann ein Kreuz machen können, muss ein Los entscheiden. Ludwig Weinfurtner (LWG Rogglfing-Martinskirchen) und Georg Thurmeier (Bürgerliste Wurmannsquick) holten nämlich genau dieselbe Stimmenzahl - beide kamen auf 31,3 Prozent. Siegerin des ersten Wahlgangs war Renate Mooser (CSU) mit 37,4 Prozent. Sie muss nun wie die Wähler darauf warten, welchen der beiden Kontrahenten das Los zu ihrem Gegner bestimmt. Amtsinhaber Ludwig Watzinger (CSU) war nach 24 Jahren nicht mehr angetreten.