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Gewinner und Verlierer:Das Los entscheidet

Kommunalwahlen in Bayern

Der Wähler hat entschieden - wer in die Stichwahl muss und wer sich über einen überraschenden Sieg freuen kann.

(Foto: dpa)

In Puschendorf ist die CSU gegen die CSU angetreten, in Dietramszell konnte die Bürgermeisterin mit zwei Stimmen ihr Amt verteidigen und in Wurmannsquick muss das Los über den Kandidaten für die Stichwahl entscheiden. Ein Überblick über Gewinner und Verlierer - und ein paar kuriose Wahlergebnisse.

GEWINNER

  • Augsburg: Als sich Kurt Gribl bei der letzten Oberbürgermeisterwahl in Augsburg vor sechs Jahren zur Wahl stellte, kandidierte er zwar als CSU-Bewerber, war aber eigentlich parteilos. Inzwischen hat der 49-Jährige ein CSU-Parteibuch und ist in Augsburg zum Zugpferd für seine Partei geworden. Bereits im ersten Wahlgang konnte der Verwaltungsjurist die Wahl für sich entscheiden, mit 51,9 Prozent der Stimmen. Damit gibt es erstmals seit 24 Jahren keine Stichwahl in Bayerns drittgrößter Stadt. Stefan Kiefer (SPD) kam als Zweitplatzierter auf 28 Prozent.
  • Nürnberg: Er ist einer der populärsten Sozialdemokraten im Freistaat - und an diesem Abend sicher auch einer der glücklichsten. Denn dass der Nürnberger Oberbürgermeisters Ulrich Maly mit 67,1 Prozent so deutlich vor seinem CSU-Kontrahenten Sebastian Brehm (24,1 Prozent) liegen würde, damit hat Maly selbst nicht gerechnet. Nur knapp liegt er nun unter dem historisch besten SPD-Ergebnis in Nürnberg: 1969 holte Andreas Urschlechter 67,4 Prozent der Stimmen.
  • Passau: Seit der Kommunalwahl 2008 ist Passau in SPD-Hand. Jetzt wurde Oberbürgermeister Jürgen Dupper mit 64,7 Prozent im Amt bestätigt. Das überraschte vor allem einen: Dupper selbst. Bei fünf Kandidaten sei ein Erfolg im ersten Wahlgang nicht zu erwarten gewesen. Am Wahltag ließ sich der Sozialdemokrat nicht aus der Ruhe bringen: Dupper entspannte bei einer Tanzstunde. Erst etwa 90 Minuten nach Schließung der Wahllokale kam er ins Rathaus.
  • Fürth: Der Sozialdemokrat Thomas Jung feiert schon wieder einen Triumph. Zwar reißt der Amtsinhaber knapp seine Rekordmarke von 80 Prozent bei der letzten Wahl. Aber die 73 Prozent, die sich abzeichnen, sind eine schwere Schlappe für die CSU, die gehofft hatte, den Juristen wenigsten etwas ärgern zu können. Ihr Kandidat Dietmar Helm bekam um die 17 Prozent - das ist auch für einen politischen Quereinsteiger aus den Reihen der CSU ein Debakel.

​VERLIERER

  • Erlangen: Seit 1996 ist Siegfried Balleis (CSU) Rathauschef in Erlangen. Vor sechs Jahren zog er ohne Stichwahl mit 55 Prozent der Stimmen direkt ins Rathaus ein. Bei dieser Wahl ist jedoch alles anders und Balleis liegt mit 39,2 Prozent nur zwei Prozentpunkte vor seinem SPD-Herausforderer Florian Janik, für den 37,2 Prozent der wahlberechtigten Erlanger votierten.
  • Ingolstadt: Christian Lösel, Referent des zwölf Jahre amtierenden Alfred Lehmann, hatte bereits im ersten Wahlgang mit 52,6 Prozent die Nase vorn. Die Hoffnungen der SPD auf einen Machtwechsel nach 42 Jahren haben sich demnach nicht erfüllt, ihre Kandidatin Veronika Peters kam auf 28,5 Prozent.