Kommunalwahl 2008 Erding (Lkr. Erding)

In der Gemeinde Erding hat sich in der zweiten Runde Max Gotz (CSU) deutlich gegen Rainer Mehringer (UWE) durchgesetzt und tritt damit die Nachfolge von Amtsinhaber Karl-Heinz Bauernfeind (UWE) an, der nicht mehr kandidierte.

Ergebnis der Stichwahl

Gewählt: Max Gotz (CSU): 64,63 % Unterlegen: Rainer Mehringer (UWE): 35,37 %

Wahlergebnis

CSU: Max Gotz: 48,34 % (in der Stichwahl) UWE: Rainer Mehringer: 15,92 % (in der Stichwahl) SPD: Hans Schmidmayer: 12,54 % Grüne: Günther Kuhn: 3,98 % ÖDP: Roswitha Bendl: 4,87 % Erding jetzt: Hans Egger: 11,64 % Republikaner: Inge Sporrer: 2,70 %

Amtsinhaber Karl-Heinz Bauernfeind (UWE) trat nicht mehr an.

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Die Entscheidung, wer die Nachfolge von Karl-Heinz Bauernfeind antritt, ist vertagt: Mit 48,33 Prozent ist der CSU-Kandidat Max Gotz knapp unter 50 Prozent geblieben. Er muss sich am 16. März einer Stichwahl stellen, sein Konkurrent ist Rainer Mehringer von der UWE, der 15,92 Prozent der Stimmen errang.

Mit knapp 60 Prozent der Stimmen ist Karl-Heinz Bauernfeind (UWE) 2002 zum zweiten Mal wiedergewählt worden. Um diese Stimmen ging es, die meisten gingen an Max Gotz, der seinen Stimmenanteil im Vergleich zu 2002 (23,8) verdoppelte.

Hochzufrieden äußerte sich daher der CSU-Kreisvorsitzende, Landrat Martin Bayerstorfer, zu Gotz' Abschneiden. "Das ist ein Super-Ergebnis bei sieben Kandidaten", sagte er. Auch Gotz gab vor, "nicht enttäuscht" zu sein, doch im Gegensatz zu Bayerstorfer strahlte er nicht über das ganze Gesicht. Gotz' Gegner in der Stichwahl ist Rainer Mehringer (UWE), der mit 15,92Prozent mit deutlichem Abstand auf dem zweiten Platz landete.

Mehringer bezeichnete es als Erfolg, als politischer Neuling den stellvertretenden Landrat Gotz "in die Stichwahl getrieben" zu haben. Er schrieb dies seinem großen Engagement im Wahlkampf zu sowie dem guten Zusammenhalt in der UWE zugute. Nur knapp hinter Mehringer blieben Hans Schmidmayer (SPD) und Hans Egger (Erding jetzt).

Auch sie sind als Neulinge zu bezeichnen - auch wenn Schmidmayer schon lange in der SPD Mitglied ist, ohne jedoch öffentlich aktiv geworden zu sein. Schmidmayer zeigte sich "ein bisschen enttäuscht" mit seinen 12,54Prozent, wies aber darauf hin, dass dies im Vergleich zu dem Abschneiden Hermann Kronseders vor sechs Jahren (9,9) eine Steigerung um 30 Prozent bedeute.

Enttäuscht ist Hans Egger von den 11,65 Prozent, die er als Kandidat von "Erding jetzt" auf sich vereinigen konnte. Er erklärte sich dieses Ergebnis damit, dass "Erding jetzt" eine neue Gruppierung ist. Überrascht sei er vom Ergebnis für Gotz, sagte Egger.

Unter fünf Prozent blieben die Vertreter von ÖDP und Grünen: Roswitha Bendl (ÖDP) konnte sich zwar ein kleines bisschen steigern im Vergleich zu 2002, befand die 4,8 Prozent aber "enttäuschend". Noch weniger als Bendl hat Günther Kuhn (Grüne) für sich verbuchen können: 3,98 Prozent.

Er vermutete, viele Wähler hätten taktisch gewählt und auf ein Kreuzchen bei ihm verzichtet, weil er wenig Chancen auf die Stichwahl gehabt habe.

In Erding dauert der Wahlkampf nun also zwei weitere Wochen an, er ist reduziert auf die Personen Gotz und Mehringer. Letzterer sagte, er werde auf die anderen Gruppierungen zugehen, um weitere Stimmen für sich zu sammeln.

Am Sonntagabend wollten sich die meisten Bürgermeisterkandidaten allerdings noch nicht zu einer möglichen Wahlempfehlung äußern. Einzig Bendl und Kuhn sagte, sie gäben keine Empfehlung ab, ihre Wähler wüssten, wen sie zu wählen hätten.

Die Wahlbeteiligung in der Stadt Erding lag bei 54,10 Prozent, 2002 waren die Bürger unwesentlich motivierter: 55,5 Prozent hatten damals gewählt.

(SZ vom 03.03.2008)