Kommunalwahl in OstbayernSPD gewinnt OB-Stichwahl in Regensburg und Passau

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Thomas Burger, SPD, hat sich gegen die Kandidatin der CSU, Astrid Freudenstein, durchgesetzt.
Thomas Burger, SPD, hat sich gegen die Kandidatin der CSU, Astrid Freudenstein, durchgesetzt. Foto: Fionn Große

Thomas Burger wird neuer OB in Regensburg, die Stadt an der Donau bleibt damit in SPD-Hand. Auch in Passau gewinnt die SPD sehr deutlich. In Landshut setzt sich der CSU-Kandidat durch.

Von Alexander Kappen und Patrick Wehner

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Regensburg hat einen neuen Oberbürgermeister. SPD-Kandidat Thomas Burger setzte sich mit 53,3 Prozent der Stimmen klar durch. Die Kandidatin der CSU, Astrid Freudenstein, kam auf 46,7 Prozent.

„Es ist unglaublich, ich freue mich sehr. Und das Ergebnis ist klar und nicht so eine Zitterpartie wie vor zwei Wochen“, sagte Thomas Burger nach seinem Wahlsieg am Telefon. Noch am Freitag sprach er von „deutlichem Rückenwind“, den er spüre. Vor der Stichwahl sprachen sich fast alle Parteien im Stadtrat für Burger aus: Grüne, Brücke, Linke, ÖDP, Ribisl-Partie und Volt empfahlen ihren Anhängerinnen und Anhängern, den SPD-Kandidaten zu unterstützen. Die Freien Wähler stellten sich hinter Freudenstein, FDP und AfD verzichteten auf eine Wahlempfehlung.

Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen erreichte Astrid Freudenstein mit 37,5 Prozent noch den ersten Platz. Deutlich knapper war damals die Entscheidung um den zweiten Platz: Thomas Burger zog mit 19,1 Prozent in die Stichwahl ein und lag damit nur 137 Stimmen vor der Grünen-Kandidatin Helene Sigloch, die 18,9 Prozent erhielt. Insgesamt waren elf Kandidatinnen und Kandidaten angetreten.

Burger ist in Regensburg seit Langem kommunalpolitisch präsent. Der 55-jährige promovierte Physiker und gebürtige Regensburger gehört seit 2002 dem Stadtrat an und stand zuletzt an der Spitze der SPD-Fraktion. Er wird nun als neues Stadtoberhaupt in einem stark zersplitterten Stadtrat arbeiten und dort erst mal Mehrheiten für die künftige Stadtpolitik organisieren müssen. „Die Koalitionsverhandlungen werden nicht einfach. Aber ich freue mich darauf und sehe mich in einer integrierenden Funktion“, sagte er. „Im Stadtrat sind viele dabei, die sehr pragmatisch sind und Lust haben, etwas zu gestalten.“

In Regensburg ist mit der Stichwahl endgültig eine eher außergewöhnliche Phase der Stadtpolitik zu Ende gegangen. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer trat nicht erneut an. Die SPD-Politikerin war 2017 nach der Verhaftung und Suspendierung ihres Vorgängers Joachim Wolbergs (SPD) im Zuge der Regensburger Korruptionsaffäre ungeplant an die Spitze der Stadt gerückt, führte die Stadt zunächst kommissarisch und wurde 2020 offiziell zur Oberbürgermeisterin gewählt.

Im seit Jahrzehnten konservativ geprägten Landshut ist bei der Suche nach einem Nachfolger des scheidenden Oberbürgermeisters Alexander Putz (CSU) die große Überraschung ausgeblieben. Dessen Parteikollege und Stellvertreter Thomas Haslinger, der vor zwei Wochen mit 37 Prozent klar vor dem Grünen-Kandidaten Christoph Rabl (20,2 Prozent) lag, hat sich auch in der Stichwahl mit 52,5 Prozent durchgesetzt. Rabl, der sich nach dem ersten Wahlgang noch sehr optimistisch gezeigt hatte, kam auf 47,5 Prozent.

In Passau hat Andreas Rother von der SPD die Wahl zum Oberbürgermeister gewonnen. Und zwar sehr deutlich mit 65,6 Prozent. Bei der Wahl vor zwei Wochen hatte der SPD-Politiker 33,7 Prozent bekommen, auf dem zweiten Platz lag Armin Dickl für die CSU mit 20,3 Prozent. Weder Rother noch Dickl setzten auf Wahlempfehlungen anderer Parteien, beide wollten die Stichwahl durch eigene Überzeugungsarbeit gewinnen. Passau bekam mit der Wahl vor zwei Wochen jedenfalls den weiblichsten Stadtrat in seiner Geschichte. 13 von 44 Stadtratsmitglieder sind Frauen.

Auf den künftigen Oberbürgermeister von Passau kommen mehrere größere Projekte zu. Dazu zählt zum Beispiel der Hochwasserschutz. Bereits beschlossene Maßnahmen stoßen in Passau auf Widerstand, weil Kritiker Beeinträchtigungen des Stadtbilds befürchten. Hinzu kommt die Sanierung der vielen Brücken im Stadtgebiet. Seit Dezember 2025 ist die Schanzlbrücke für Lastwagen gesperrt, nachdem Schäden festgestellt worden waren. Um die Brücke aber grundlegend zu sanieren, müsste der Verkehr komplett ruhen. Doch dazu bräuchte es eine Entlastungsbrücke, die man aber erst noch bauen müsste. Schon 2024 hatte die Sperrung der Franz-Josef-Strauß-Brücke für viel Frust gesorgt.

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