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Kommunalwahl in Landshut:Zwei Zufriedene gehen in die Stichwahl

Der Kampf ums Landshuter Rathaus wird in der Stichwahl entschieden.

(Foto: Robert Haas)
  • Amtsinhaber Alexander Putz (FDP) geht mit einer guten Ausgangsposition in die Stichwahl.
  • Putz holte 45,5 Prozent der Stimmen, Rang zwei erreichte die Grünen-Politikerin Sigi Hagl mit 22,6 Prozent.
  • Wer auch immer das Rennen um den Posten im Rathaus letztendlich für sich entscheidet: Auf die Stadt kommen einige Herausforderungen zu.

Natürlich hat Alexander Putz ein wenig gehofft, die Landshuter OB-Wahl im ersten Anlauf zu gewinnen. Zumindest hat er das vor ein paar Tagen gesagt. Aber 45,5 Prozent der Stimmen gegen sechs Mitbewerber ist ein sehr ordentliches Ergebnis für den Amtsinhaber und FDP-Politiker. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Putz denn auch zu dem vorläufigen Endergebnis. "Das ist ein sehr gute Ausgangsbasis für die Stichwahl."

Auf Rang zwei folgt mit 22,6 Prozent die Grünen-Politikerin Sigi Hagl. "Das erste Etappenziel ist erreicht, es war mein Ziel, in die Stichwahl zu kommen", sagte Hagl. Stichwahlen hätten eine eigene Dynamik, sie sei hoch motiviert und setze auf Sieg, auch wenn "mein Ergebnis nicht die Poolposition ist". Der CSU-Kandidat Thomas Haslinger erzielte mit 17 Prozent einen Achtungserfolg, den ihm vor der Wahl viele nicht zugetraut hatten. Für die CSU, die trotz ihrer chronischen Zerstrittenheit jahrzehntelang den Landshuter Oberbürgermeister stellte, ist das Ergebnis freilich bitter. Auch wenn es sie nicht unerwartet getroffen haben dürfte. Die SPD-Kandidatin Patricia Steinberger landete mit 6,1 Prozent weit abgeschlagen auf Rang vier.

Schon lange hatte vieles auf eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Putz und seiner Herausforderin Hagl hingedeutet. Die Euphorie in der Stadt, die nach dem völlig überraschenden Sieg des Liberalen bei der OB-Wahl im Oktober 2016 geherrscht hatte, ist inzwischen dahin. Landshut steht vor großen Herausforderungen. Die Schulen sind marode, das Theater auch, die Straßen oft verstopft. Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern.

Zum einen hat die Stadt kein Geld für Investitionen, im Haushalt klafft ein 70-Millionen-Euro-Loch. Zum anderen steht sie unter einem gewaltigen Druck. Denn es ziehen immer Menschen her. Vor zehn Jahren hatte Landshut gerade mal 63 000 Einwohner, heute sind es bereits 73 000, in 18 Jahren werden es nach Prognosen des statistischen Landesamts 81 000 sein. Nicht einmal die Landeshauptstadt München wächst schneller.

Die Grünen-Kandidatin Hagl, die bereits seit zwölf Jahren im Stadtrat sitzt, wirft Amtsinhaber Putz vor, keine Vision für Landshut zu haben, die Stadt werde "nur verwaltet". Im Falle ihres Siegs kündigte sie eine Sanierung der Schulen und des Theaters an, dazu ein Fahrradkonzept, mehr grüne Plätze, mehr Kunst im öffentlichen Raum, mehr Leben an der Isar. Putz dagegen gibt sich als Pragmatiker. "In der Theorie hört sich das gut an", sagte er zu Hagls Plänen.

Aber am Ende müsse man schon schauen, "wie hoch die Kosten sind". Schulen, Kindergärten hätten oberste Priorität für ihn, dafür sei auch er bereit, neue Schulden zu machen. Aber am Ende müsse man auch sehen, wie man sie wieder tilgen könne. Dieser Pragmatismus machte Putz schon vor Wochen zum Favoriten - und zwar auch bei vielen konservativen Wählern. Nun hat sich Putz' Pragmatismus ausgezahlt. Der FDP-Mann geht auch in die Stichwahl als klarer Favorit.

© SZ vom 16.03.2020 / gla, cws/lfr
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