48 Jahre nach der Tat in UnterfrankenBGH hebt Mordurteil gegen früheren US-Soldaten auf

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Der damals 70 Jahre alte Angeklagte (links) beim Prozessbeginn im Januar 2025 neben seinen Strafverteidigern Johannes Makepeace  und Wolfgang Staudinger (rechts).
Der damals 70 Jahre alte Angeklagte (links) beim Prozessbeginn im Januar 2025 neben seinen Strafverteidigern Johannes Makepeace  und Wolfgang Staudinger (rechts).
Foto: Daniel Löb/dpa

Ein früherer US-Soldat wurde im vergangenen Jahr für den Mord an der 18-jährigen Cornelia Hümpfer verurteilt. Nun muss der Prozess wiederholt werden.

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Das Verfahren zum Tod einer jungen Frau vor mehr als 48 Jahren in Unterfranken muss neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichts Schweinfurt gegen einen 72-Jährigen aufgehoben, wie das Gericht in Karlsruhe mitteilte. Zur Begründung hieß es: „Der Angeklagte hat mit Erfolg geltend gemacht, dass die Vorsitzende Richterin der Schwurgerichtskammer aufgrund ihrer vorherigen Tätigkeit im Auslieferungsverfahren als Beamtin der Generalstaatsanwaltschaft in dieser Strafsache kraft Gesetzes ausgeschlossen war.“ Das neuerliche Verfahren soll nun vor dem Landgericht Würzburg stattfinden.

Das Landgericht Schweinfurt hatte den Angeklagten am 29. Juli 2025 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Aus Sicht der Kammer gibt es keinen Zweifel an der Täterschaft des ehemaligen US-Soldaten, der zur Tatzeit am 20. April 1978 erst 24 Jahre alt war. Der Angeklagte hingegen hatte im Prozess seine Unschuld beteuert, seine Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert. Gegen das Urteil hatte der Verdächtige Revision eingelegt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes für den ehemaligen US-Soldaten verlangt, der 1978 in Schweinfurt stationiert war. Der Oberstaatsanwalt hatte in seinem Schlusswort auf DNA-Spuren des Verdächtigen an der Kleidung des 18 Jahre alten Opfers verwiesen. Zudem gebe es zwei voneinander unabhängig zustande gekommene Aussagen von Zeugen, denen der Angeklagte die Tat vor Jahren gestanden haben soll.

Der Angeklagte hatte im Prozess seine Unschuld beteuert. Die Ermittler glauben allerdings, dass der zur Tatzeit verheiratete Mann mit dem Opfer eine Affäre hatte. Der damals 24-Jährige soll die angehende Erzieherin mit 14 Messerstichen nahe Kolitzheim bei Schweinfurt getötet haben, weil die 18-Jährige gedroht haben soll, seiner damaligen Ehefrau von der Liaison und ihrer angeblichen Schwangerschaft zu erzählen.

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Cold Case in Schweinfurt
:Mord vor 46 Jahren: Eine DNA-Spur, die Aussage einer Ex und viele Ungereimtheiten

17 083 Tage ist es her, dass Cornelia Hümpfer auf einem Acker gefunden wurde: getötet durch 14 Messerstiche, angeblich schwanger, 18 Jahre jung. Ihr Mörder wurde nie gefunden. Nun beginnt der Prozess gegen einen früheren US-Soldaten, der mit ihr eine Affäre gehabt haben soll.

SZ PlusVon Max Weinhold

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