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Köln:Obstbauern sollen sich privat versichern

Von Anna Schwartze, Köln

Wenn Frost zarte Obstblüten kalt erwischt, sind die Folgen für die Landwirte gravierend. Auch Starkregen und Sturm können schaden, es drohen Ernteausfälle. Bayern unterstützt Landwirte von sofort an dabei, sich dagegen zu versichern. "Mit diesem Pilotprojekt wollen wir die eigenverantwortliche betriebliche Risikovorsorge der Betriebe stärken", sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU)

. Landwirte können vom Staat bis zu 50 Prozent der Kosten für die Versicherung von Schäden durch Starkfrost, Sturm oder Starkregen erhalten. Solche Policen bieten unter anderem die Versicherungskammer Bayern (VKB) und die Allianz. Die Förderung soll die Versicherung für Winzer und Obstbauern bezahlbar machen.

Die Angelegenheit ist hoch politisch. Kaniber setzt sich auf Bundesebene für eine Absicherung aller Landwirte ein. "Eine Absicherung der gesamten Landwirtschaft ist ohne finanzielle Beteiligung des Bundes nicht darstellbar."

In Bayern gab es früher ein Frosthilfeprogramm für Obstbauern und Winzer, bei dem der Freistaat für bis zu 50 Prozent der Schäden aufkam. Seit 2019 dürfen versicherbare Schäden jedoch nicht mehr von Nothilfeprogrammen übernommen werden, hat Bayern festgelegt. Daher gibt es jetzt Hilfe für die Prämienzahlung. Ein ähnliches Programm in Baden-Württemberg hat 2020 ein Drittel der Betriebe genutzt, sagte ein VKB-Sprecher.

Die Landesregierung propagiert seit Jahren freiwillige Versicherungen bei Katastrophen- und Witterungsschäden. Staatliche Programme wie die Soforthilfe bei Hochwasserschäden hat sie eingestellt.

Während bei der Flut private Anbieter für die meisten Gebäude Deckung bieten können - die Branche spricht von 99 Prozent, Verbraucherschützer bezweifeln den Wert - ist das bei Dürre und anderen Witterungsschäden in der Landwirtschaft nicht so einfach. In vielen Ländern gibt es deshalb Programme, bei denen private Versicherungen und Staatshilfe zusammengespannt werden.

© SZ vom 29.12.2020
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